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CES

Autopilot von Audi noch in diesem Jahrzehnt

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Auf seiner CES-Pressekonferenz hat Audi bekanntgegeben, man werde noch in diesem Jahrzehnt selbstfahrende Autos verkaufen. Ziel ist aber nicht vollautomatisches Fahren, betonte Ricky Hudi, Leiter der Elektrik- und Elektronik-Entwicklung bei Audi. "Wenn ich nicht fahren möchte, erlaube ich mir, mich fahren zu lassen", meinte Hudi in Las Vegas. Die letztliche Verantwortung liege immer beim Fahrer.

Audi arbeitet an leistungsfähigeren Parkassistenten sowie erweiterte Tempomaten. "Piloted Driving" heißt das bei dem Luxusauto-Hersteller offiziell, auf deutsch "pilotiertes Fahren". Zukünftige Parkassistenten parken nicht nur am Straßenrand selbst ein und aus; in entsprechend ausgerüsteten Parkhäusern steigt der Fahrer aus und lässt seinen Audi selbsttätig zu einer freien Parkboje gleiten. In Ingolstadt rüstet Audi derzeit eine Garage dafür aus. Im zähfließenden Verkehr bis 60 km/h kann ein Tempomat der Zukunft automatisch bremsen sowie losfahren und unterstützt den Fahrer innerhalb gewisser Grenzen auch beim Lenken. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der schon jetzt angebotenen "Audi adaptive cruise control mit Stop & Go-Funktion", die einen bestimmten Abstand zum vorausfahrenden Vehikel hält.

Pilotiertes Fahren für Parkvorgänge in Parkhäusern.

(Bild: Audi)

Audis Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer erwartet den ersten Markterfolg für pilotiertes Fahren in Japan, wo die Verkehrsverhältnisse besonders mühsam sind. Verstopfte Metropolen in anderen Ländern wären die nächsten Zielgebiete. Wirklich selbstfahrende Autos gibt es schon. Audi selbst hat eine Genehmigung für den Betrieb in Nevada erhalten.

Unter der Bezeichnung "Audi connect" vermarktet Audi seit 2009 Internet-Dienste in seinen Karossen. Noch in diesem Jahr wird soll es Audi connect mit schnellerer LTE-Anbindung geben. Auf der CES zeigt Audi für die Unterhaltung der Passagiere auf den Rücksitzen zwei verschiedene 3D-Displays (11,6 Zoll Diagonale), die keine speziellen Brillen erfordern. Eines verfügt über eine Kamera, die die Augen des Betrachters beobachtet und entsprechend die Bilder für das linke und das rechte Auge berechnet. Das zweite Display zeigt von Haus 28 verschiedene Ansichten. Damit können mehrere Personen gleichzeitig ein 3D-Bild sehen ("Multi-View"). Wann das in Audis zu haben sein wird, ist offen.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut hat das Unternehmen zudem ein 3D-Raumklangsystem entwickelt. Zusätzlich zum bekannten 5.1-Surround-Sound wird eine dritte Dimension in der Höhe eingeführt. Ein Q7-Konzept ist dafür mit 23 B&O-Lautsprechern mit zusammen 1.400 Watt ausgestattet worden. Warner hat dafür eine spezielle Version des Werbespots für Ironman 3 produziert. Da es ansonsten wenig 3D-Tonmaterial gibt, errechnet der Bordcomputer eine Höhensimulation aus vorhandenem 5.1-Material.

Bei den Scheinwerfern arbeitet Audi daran, die Leuchtdioden einzeln anzusteuern und mit jeweils eigenen Linsen zu versehen. Ziel ist eine größtmögliche Ausleuchtung, ohne den entgegenkommende Lenker zu blenden. Am Heck soll eine Laserdiode eine rote Linie auf die Straße projizieren. Damit könnte dem nachfolgenden Lenker der Mindestabstand signalisiert werden. Bei Nebel oder Niederschlag würde stattdessen ein rotes Warndreieck in die Wassertropfen projiziert. Und im aktuellen Elektrorennwagen Audi R18 e-tron Quattro ersetzen Kamera und Display die übliche Kombination aus Heckscheibe und Spiegel. (nij)