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Autoversicherung: HUK-Coburg will Tarife an Fahrverhalten anpassen

Die Versicherung will Tarife auf Basis von Daten zur Geschwindigkeit und das Brems- und Beschleunigungsverhalten anpassen.

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Gyrometer messen heute die Fahrdynamik in jedem modernen Auto. An diese Daten (und die ein paar anderer Sensoren wie fürs ABS) wollen die Versicherer heran.

Deutschlands größter Autoversicherer HUK-Coburg plant, sogenannte Telematik-Tarife in die Kfz-Versicherung einzuführen. Das System sieht vor, dass Geräte Daten wie die Geschwindigkeit und das Brems- und Beschleunigungsverhalten von Autofahrern erfassen und Routen aufzeichnen. Falls der Versicherer aufgrund dieser Daten das Fahrverhalten positiv einschätzt, sollen die Beiträge sinken.

Derzeit laufe eine Testphase, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag in Coburg. Danach sollten die Tarife eingeführt werden. Einen genauen Zeitpunkt nannte sie nicht.

Die Allianz als Nummer zwei im Markt beobachte die Entwicklung intensiv, sagte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Vorerst werde man aber keinen solchen Tarif auf den Markt bringen, sondern abwarten.

Entsprechende Versuche gab es bereits, auch die Sparkassen-Versicherung hatte schon einmal einen – von Datenschützern kritisierten – Telematik-Tarif versuchsweise befristet im Angebot. Signal iduna hat im Oktober 2014 ein Versicherungspaket für junge Erwachsene vorgestellt, bei dem die Höhe der Beiträge vom Fahrstil abhängt. Dabei wird aus Daten der Diagnoseschnittstelle (OBD2) des Autos der Fahrstil analysiert und ein individueller Score errechnet, an dem sich die Beitragshöhe bemisst. Anders als beim Angebot der Sparkassen-Direktversicherung werden keine GPS-Daten erfasst. (mit Material der dpa) / (anw)