Axel Springer AG hält Bewertung von Immobilienscout24 für "unangemessen hoch"

Analysten hatten den Wert des Immobilienportals zuletzt auf bis zu 650 Millionen Euro taxiert. Weil dies deutlich zu viel sei, zieht sich das Berliner Verlagshaus jetzt aus dem Bieterwettstreit um 56,3 Prozent der Anteile an Immobilienscout24 zurück.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 102 Beiträge
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Für die Wiesbadener Aareal Bank, die US-Investmentbank Morgan Stanley und die US-Beteiligungsgesellschaft J.H. Whitney dürfte der Verkauf ihrer Anteile am Online-Portal Immobilienscout24 ein glänzendes Geschäft werden: Analysten hatten den Wert des Unternehmens zuletzt auf bis zu 650 Millionen Euro geschätzt. Allein die Aareal Bank, die bislang mit 30,5 Prozent an dem Portal beteiligt ist, könnte demzufolge einen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe verbuchen. Mit der Axel Springer AG hat sich jetzt allerdings ein renommierter Kaufinteressent aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Die Bewertung von Immobilienscout24 sei "unangemessen hoch", erklärte das Unternehmen in Berlin.

Zum Interessentenkreis gehören verhandlungsnahen Kreisen zufolge noch der Holtzbrinck-Verlag sowie verschiedene Finanzinvestoren. Aber auch der Deutschen Telekom, die über ihre Tochtergesellschaft Scout24 Holding bereits 33,1 Prozent am Immobilien-Portal hält, wird ein Interesse am Erwerb der Mehrheitsanteile nachgesagt. Als Miteigentümer hat die Telekom zudem ein Vetorecht gegen bereits in der Online-Branche aktive Käufer. Verbindliche Angebote für die Anteile von Aareal, Morgan Stanley (14,4 Prozent) und J.H. Whitney (11,4 Prozent) müssen dem Vernehmen nach in Kürze vorgelegt werden. Rund zehn Prozent der Anteile befinden sich in den Händen des Managements, der Mitarbeiter und von Privatinvestoren.

Immobilienscout24 wurde vor knapp zehn Jahren gegründet und beschäftigt eigenen Angaben zufolge 200 Mitarbeiter. Über die Internetseite werden Immobilien zum Verkauf oder zur Vermietung angeboten. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte das Unternehmen mit Sitz in Berlin bei Umsätzen in Höhe von 53 Millionen Euro Umsatz ein Vorsteuerergebnis von 21 Millionen Euro. Pro Monat soll das Portal 500 Millionen Seitenaufrufe (Page Impressions) verzeichnen. Derzeit werden auf der Plattform laut eigenen Angaben über eine Million Wohnungen, Häuser und Grundstücke in 80 Ländern zur Miete und zum Kauf angeboten. In Deutschland sei man der Marktführer bei der Online-Vermittlung von Immobilien, heißt es bei Immobilienscout24. (pmz)