Axel Springer ändert Rechtsform von AG zu SE

Um die Ausrichtung des Medienkonzerns Axel Springer auf europäische und internationale Märkte zu betonen, will das Unternehmen seine Rechtsform wechseln und von der AG zur SE (Societas Europaea) werden.

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  • mit Material von dpa

Deutschlands größtes Zeitungshaus Axel Springer (“Bild“-Zeitung, “Die Welt“) will seine Rechtsform ändern. Die Axel Springer AG soll noch vor Jahresende zu einer Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE) werden. Das habe der Vorstand beschlossen, teilte eine Verlagssprecherin in Berlin mit. Damit folgt das Unternehmen dem Beispiel anderer Firmen.

Die Absicht dahinter sei, "die europäische und internationale Marktausrichtung des Unternehmens zu unterstreichen und zu erleichtern". Es solle aber unverändert ein dualistisches System "bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat" geben.

"Die Rechte der Aktionäre und der Mitarbeiter werden durch die Umwandlung nicht berührt. Firmensitz bleibt Berlin", stellte Axel Springer klar. Die Hauptversammlung soll am 24. April über die Umwandlung entscheiden. Die Axel Springer AG ist im MDax notiert.

Ein großer Vorteil von SEs, umgangssprachlich auch Europa-AGs genannt, ist die Möglichkeit, eine Holding zu gründen, die dann Tochtergesellschaften aus verschiedenen Ländern der EU aufnehmen kann, welche aber nationale Unterschiede aufweisen können. Die Holding kann dann EU-weit als rechtliche Einheit auftreten und dennoch ihre lokalen Entitäten beibehalten. Weiter werden durch eine solche Gründung Fusionen und Übernahmen vereinfacht, sowie eine Unternehmenssitzwahl bzw. ein Wechsel des Sitzes aus wirtschaftlichen Gründen innerhalb der Mitgliedsländer vereinfacht.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte Springer auf, die Rechte des Betriebsrates in vollem Umfang zu erhalten. DJV-Bundeschef Michael Konken kritisierte, dass bei europäischen Aktiengesellschaften die Rechte von Arbeitnehmern nur lückenhaft geregelt seien. “Wir erwarten von Springer, dass der Konzern alle Arbeitnehmerrechte und Tarifverträge in vollem Umfang garantiert.“ (gil)