BBC: Streaming-App über Hirnströme bedienen

Hoffnung für Couch-Potatoes, denen Tastfernbedienungen zu anstrengend sind: Die BBC hat den Prototypen für ein Headset gezeigt, mit dem sich ein Streamingplayer zumindest ansatzweise über Hirnströme steuern lässt.

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(Bild: BBC)

Von
  • Axel Kannenberg

Der britische Fernsehsender BBC hat einen Prototypen eines Headsets vorgestellt, mit der Nutzer über ihre Hirnströme Eingaben machen können. Das Headset misst über Elektroenzephalografie (EEG) die Ströme des Nutzerhirns, bedienen lässt sich damit bislang eine experimentelle App für den BBC-Streamingdienst iPlayer.

So würde Nutzern nach dem Start des Programms etwa die Übersicht der fünf derzeit beliebtesten Sendungen gezeigt, die jeweils im 10-Sekunden-Takt hervorgehoben werden. Um das aktuell hervorgehobene Programm dann abzuspielen, müssten sich die Nutzer darauf konzentrieren. Sobald die kleinen Sensoren an Stirn und Ohr des Nutzers einen Schwellenwert bei den Hirnwellen registrieren, startet der Abspielvorgang.

Die App zeige dabei einen Fortschrittsbalken an, der dem Nutzer das noch nötige Ausmaß an Konzentration aufzeigt, um den Vorgang zu triggern. Neben dem Steuermodus Konzentration könnten sich Nutzer auch den Modus "Meditation" aussuchen, bei dem offenbar eher mentale Entspannung und tiefes Durchatmen zur gewünschten Sendung führen soll.

Die Hirnstromfernbedienung (4 Bilder)

Ist der Meditationsmodus gewählt, muss sich der Nutzer zur Steuerung entspannen.
(Bild: BBC)

Bei einem kleinen BBC-internen Test mit 10 Redakteuren habe das ganz passabel funktioniert, erklärte Cyrus Saihan, der die Geschäftsentwicklung im Onlinebereich der BBC leitet. Insgesamt seien die Steuermöglichkeiten über das Gerät noch sehr rudimentär, in der App beschränkten sie sich im wesentlich auf an/aus-Funktionen. Künftige Anwendungen sieht die BBC unter anderem als Mittel der Barrierefreiheit.

Am Konzept einer Hirnwellen-Steuerung wird übrigens nicht nur bei der BBC getüftelt: Forscher der TU München arbeiten zum Beispiel am Forschungsprojekt "Brainflight" mit, das auf per Gedankenkraft ferngesteuerte Drohnen zielt. Das Verfahren arbeitet mit einer Sensorkappe, die die Gehirnströme über EEG misst und dann per Algorithmus in Steuerbefehle für das Fluggerät übersetzt. (axk)