Menü

BDI: Elektroautos und CO2-neutrale Verbrenner gegen den Klimawandel

Bis 2030 sollten in Deutschland bis zu 10 Millionen E-Autos zugelassen werden, um die Klimaziele zu erreichen, meint der BDI. Er setzt aber auch auf Verbrenner.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 263 Beiträge
BDI: Elektroautos und CO2-neutrale Verbrenner gegen den Klimawandel

Um die Treibhausgase bis 2030 gegenüber 1990 um 40 Prozent im Verkehrssektor zu senken, müssten rund sieben Millionen bis zehn Millionen E-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen werden. Auch müsse der Einsatz CO2-neutraler Kraftstoffe gegenüber dem Referenzjahr 2015 um das Vier- bis Fünffache erhöht werden, meint der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Beide Bereiche könnten zusammen rund drei Viertel der erforderlichen Reduktionen der Treibhausgase ausmachen.

Ein weiteres Viertel der Treibhausgase ließe sich durch Verlagerung auf andere Verkehrsträger und Effizienzsteigerungen einsparen, ergab eine Analyse von Boston Consulting Group (BCG) und Prognos im Auftrag des BDI. Das Klimaschutzziel der Bundesregierung für den Verkehr bis 2030 zu erreichen sei bei Ausreizung aller technischen Hebel und mit Mehrinvestitionen zwischen 243 Milliarden und 256 Milliarden Euro theoretisch erreichbar.

Wirtschaft und Gesellschaft stießen dabei an die Grenzen der praktischen Umsetzbarkeit. "Nötig ist eine Strategie, die dieses ehrgeizige Ziel auf politisch, sozial und ökonomisch vertretbare Weise angeht", sagte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. "Es gibt nicht die eine Wunderwaffe, mit der wir das Klimaziel erreichen können. Wir wollen individuelle Mobilität erhalten, dafür braucht es technikoffene Lösungen."

"Es wäre ein Fehler, nicht auf alle Technik zu setzen, bei denen deutsche Unternehmen Weltspitze sind", meinte Lösch. Dazu gehörten nicht alleine die Elektroantriebe, sondern auch die Verbrennungsmotoren.

Und um die Elektrifizierung der Pkw zu erreichen, müsse der Anteil der Elektroantriebe an den Neuzulassungen zwischen 2025 und 2030 von rund 30 auf über 75 Prozent ansteigen. Produktionsbedingt sei erst ab 2025 damit zu rechnen, "dass rein batterieelektrische Fahrzeuge bei moderaten Mehrpreisen den Mobilitätsansprüchen größerer Kundengruppen genügen", heißt es in der Studie. Ihre Ergebnisse sollen in die Arbeitsgruppe 1 einfließen, einer von der Bundesregierung eingesetzten Beraterkommission der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität.

Auch bei den anderen alternativen Antrieben für Pkw, leichten und schweren Nutzfahrzeugen würden sich laut der Analyse die Kosten für Anschaffung und Aufbau von Tank- und Ladeinfrastruktur erhöhen. Beispielsweise müsste der Ausbau der Infrastruktur für den Oberleitungs-Lkw im Vergleich zu den Ergebnissen der Klimapfade-Studie 2018 um bis zu fünf Jahre vorgezogen werden. Zum Jahr 2030 wären statt 500 rund 2.500 Kilometer Autobahn zu elektrifizieren. Rund 120.000 bis 140.000 schwere Nutzfahrzeuge müssten bis dahin mit Oberleitung, Brennstoffzelle, batterieelektrischem Antrieb und Plug-In-Hybrid-Antrieb ausgestattet sein. (anw)