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Technology Review

BGR berechnet globales Ölförder-Maximum

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Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat eine aktualisierte Energiestudie vorgelegt. Demnach könnte die weltweite Förderung von Erdöl spätestens 2035 ihr Maximum überschreiten.

Dabei geben die aktuellen Zahlen auf den ersten Blick sogar Anlass zu Optimismus: Die konventionellen Welt-Erdölreserven – also Öl, das unter den derzeitigen Bedingungen wirtschaftlich gefördert werden könnte – lagen laut der Studie 2009 mit 161 Gigatonnen etwa 1 Gigatonne über dem Vorjahreswert. Diese Steigerung beruht hauptsächlich auf Neufunden und -bewertungen in Katar, Vietnam, Ecuador, Nigeria, Russland und dem Iran. Dem stand 2009 ein um knapp 25 Millionen Tonnen auf 3,884 Gigatonnen gefallener Verbrauch gegenüber.

Die Experten der BGR berechneten nun auf Basis der aktuellen Vorratsdaten die mögliche Entwicklung der Erdölförderung. "Die Dynamik der Projektion", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie, "orientiert sich am Produktionsverlauf der vergangenen 25 Jahre, die durch einen globalen, freien Welthandel mit einheitlichen Preisen bestimmt waren. Für diese Zeit wurden fortwährend so viel Ressourcen (einschließlich Feldeserweiterungen) in Reserven überführt, dass die Reserven das ungefähr Vierzigfache der Jahresproduktion ausmachten." Auf der Grundlage dieser Berechnungen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich die weltweite Öl-Produktion bis auf ein Maximum von 4,5 Gigatonnen pro Jahr steigern lässt. Auch nicht-konventionellen Vorkommen wie Ölsanden, Schwerstöle und Erdgaskondensat würden das bevorstehende Maximum der Erdölproduktion voraussichtlich nicht wesentlich verzögern. Zudem, so schreiben die Experten, "sind viele Faktoren und Entwicklungen vorstellbar, die diesen Zeitpunkt früher eintreten lassen".

Die Internationale Energieagentur IEA hatte in ihrem im November veröffentlichten World Energy Outlook 2010 von einer "beispiellosen Unsicherheit" bei der Vorhersage der weltweiten Energiezukunft gesprochen. Unter der Voraussetzung, dass die "neue Politik" vieler Staaten zur Bekämpfung des Klimawandels tatsächlich greife, sieht die Agentur das Ölfördermaximum ebenfalls etwa 2035. Die maximale Fördermenge von 70 Millionen Barrel pro Tag – das entspricht rund 3,4 Gigatonnen pro Jahr – werde aber nicht durch die Vorratslage sondern durch ökonomische Faktoren bestimmt. (wst)

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