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BKA-Herbsttagung: Unsere IT muss besser werden

"Wir brauchen eine cyberfähige Polizei, die sich ganz selbstverständlich in der digitalen Welt bewegt", erklärte BKA-Chef Holger Münch zum Aufttakt der BKA-Herbsttagung 2016.

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BKA-Herbsttagung: Unsere IT muss besser werden

BKA-Chef Holger Münch

(Bild: Detlef Borchers/heise online)

Stand die Herbsttagung des Bundeskriminalamtes vor einem Jahr ganz unter dem Eindruck der Pariser Terroranschläge so ist man dieses Jahr gefasster. Unter dem Thema "Kriminalität in Deutschland unter dem Einfluss weltweiter Krisen und Konflikte?" wird diskutiert, ob die über eine Million nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge das Kriminalitätsgefüge verändern. Auf der Pressekonferenz zum Auftakt der Tagung erklärte BKA-Chef Holger Münch unter Verweis auf eine Studie des BKA: "Die Mehrheit der Zuwanderer begeht keine Straftaten".

Nach seiner Darstellung seien die IT-Systeme mit der terroristischen Bedrohung gewachsen, hätten aber immer noch Schwachstellen. "Die Informationen liegen noch an verschiedenen Stellen und werden nicht zusammengeführt, unterschiedliche Schreibweisen verhindern die IT-technische Zusammenführung, die IT-Architektur ist so, dass wir Informationen nicht sicher und schnell genug zusammenführen können."

Kritik übte Münch auch am Schengener Informationssystem (SIS II). Es sei zu umständlich, wie Daten in SIS II auf internationaler Ebene zusammengeführt würden. Was die Arbeit mit der IT anbelangt, sei das BKA ein attraktiver Arbeitgeber, der keine Schwierigkeiten habe, qualifizierten Nachwuchs zu finden."Wir haben eine einigermaßen attraktive Bezahlung, können hier aber nicht mit dem privaten Sektor konkurrieren. Dafür haben wir sehr attraktive Aufgabenbereiche mit höchst anspruchsvollen IT-Aufgaben."

Münch äußerte sich auch zu den Razzien in mehren Städten und dem Verbot der salafistischen Vereinigung "Die wahre Religion. Man habe erst agieren können, als man die rechtssichere Beweisführung zur Organisation von Ausreisen durch die Vereinigung in der Hand hatte. Man habe am Ende eine überlegene Informationsdichte erreicht und den salafistischen Organisationen schwere Reibungsverluste zugefügt.

Weil Terroristen vermehrt dazu übergehen würden, ihre Aktionen mit Cybercrime auf den Handelsplattformen im Darknet zu finanzieren, müssen ihnen die Polizei dorthin folgen. Die Weiterentwicklung neuer Methoden zur Kommunikationsüberwachung sei dringlich gegeben, hier müsse die IT des BKA auf dem neuesten Stand bleiben. "Die Täter sind Online, nutzen Messenger und Kryptierung." Die cyberfähige Polizei, die sich nach Münch ganz natürlich in der digitalen Welt bewege, werde Systeme wie die Quellen-TKÜ ständig fortentwickeln müssen. Dafür habe man zusätzliche Mittel in erheblichem Umfang bekommen. Doch auf dem neuesten Stand in der IT und gleichzeitig aufmerksam zu bleiben, sei eine Herkulesaufgabe. (axk)