Menü

BKA-Präsident: Cybercrime in fünf Jahren verdoppelt

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 78 Beiträge

Die Kriminalität im Internet hat sich nach Angaben des Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. "Und das Gefährdungspotenzial ist unverändert hoch", sagte Ziercke am Mittwoch in Kiel auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD).

Laut Kriminalstatistik stieg die Zahl der Cybercrime-Fälle in Deutschland 2012 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf fast 64.000. Die Aufklärungsquote liege bei 30 Prozent. Dies sei völlig unbefriedigend, denn in der Statistik seien viele Fälle nicht erfasst. "Die Dunkelziffer ist sehr hoch", erklärte Ziercke.

Breitner will das in Schleswig-Holstein ändern. Im Landeskriminalamt soll künftig eine zentrale Ansprechstelle Cyber-Crime entstehen. Die Landesregierung wolle die Strafverfolgungsbehörden so ausbilden und ausstatten, "dass sie im Internet und im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien kriminalistisch ebenso handlungsfähig sind wie an den Tatorten in der realen Welt", sagte der Minister.

Auch Breitner wies darauf hin, dass das Phänomen Cybercrime derzeit nicht vollständig in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) abgebildet werden könne. "Wie müssen uns daher mit gesicherten Aussagen noch zurückhalten", sagte der Minister. Damit steht allerdings auch die Frage im Raum, wie verlässlich solche Statistiken über die Entwicklung der Cyber-Kriminalität überhaupt sind.

Es sind Statistiken wie diese, die gerne zur Werbung für die Vorratsdatenspeicherung herangezogen werden. Ziercke machte da am Mittwoch keine Ausnahme: Als Hauptgrund für die geringe Aufklärung der Cyber-Straftaten nannte Ziercke das Verbot der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Breitner plädierte für eine einheitliche europäische Regelung, der sich dann auch Deutschland anschließen sollte. (Mit Material von dpa) / (vbr)

Anzeige
Anzeige