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BKA legt Bericht zum Account-Missbrauch vor

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Das Kriminalistische Institut des Bundeskriminalamts (BKA) hat das Delikt "Account-Missbrauch im Internet" näher beleuchtet. Zuvor war im Januar 2000 beim Polizeipräsidium Münster eine Ermittlungskommission gebildet worden, die bundesweit ein Sammelverfahren gegen rund 3600 Tatverdächtige wegen Account-Missbrauchs im Internet bearbeiten sollte. Die Tatverdächtigen seien beispielsweise über so genannte FakeZ-Websites an Account-Daten gelangt. Eine kleinere Gruppe habe Trojaner zum Ausspähen benutzt. Diese Daten seien vor allem dafür genutzt worden, um auf Kosten anderer im Internet zu surfen.

Nun hat das BKA einen Erfahrungsbericht (PDF) über die "logistischen und kriminalistischen Herausforderungen dieses Ermittlungsverfahrens" vorgelegt. Zusammen mit der Universität Münster war dafür ein Fragebogen entwickelt worden, der an beteiligte Staatsanwaltschaften, Gerichte oder auch Eltern von Tatverdächtigen geschickt wurde. Ausgewertet wurden 599 Fragebogen.

Ziel war es, Tätertypologien in diesem kriminologisch noch weitgehend unerforschten Deliktsbereich zu erarbeiten. Die Ergebnisse sollen in Präventionsprojekten und in der IT-Ausbildung umgesetzt werden. Es konnten drei Tätertypen identifiziert werden: Die "typischen Täter" sind männlichen Geschlechts, zwischen 16 und 21 Jahre alt und leben bei den Eltern. Sie haben mittlere bis hohe Computerkenntnisse und betrieben den Account-Missbrauch, um sich zu bereichern oder nur auszuprobieren, ob es geht. Die 373 Mitglieder dieser Gruppe haben durchschnittlich 388 Euro Schaden verursacht.

Die "untypischen Täter", 119 an der Zahl, sind männlich, aber älter als die typischen Täter und lassen sich durch die "Vielfalt der Möglichkeiten zur Lebensgestaltung" nicht so eindeutig kategorisieren wie die erste Gruppe. Mit der dritten Gruppe, den 35 weiblichen Tatverdächtigen, verhält es sich ähnlich wie mit den "untypischen". Allerdings waren sie im Durchschnitt 34,7 Jahre alt, während die Männer 22,3 Jahre alt waren. Geringer eingestuft als bei den Männern wurden ihre EDV-Kenntnisse, die Schnelligkeit ihrer Rechner und die Neuwertigkeit der Peripheriegeräte. (anw)