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BMW, General Motors und Renault gründen Blockchain-Initiative

Früher musste der Tiger in den Tank, heute muss die Blockchain ins Auto: Große Hersteller wie BMW und General Motors haben jetzt ein Konsortium für Mobilitätsanwendungen mit Blockchain gegründet.

Blockchain-Technologie braucht gesetzliche Grundlagen

(Bild: 
Davidstankiewicz (Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license))

Die Autohersteller BMW, Ford, General Motors und Renault haben eine neues Konsortium gegründet, das die Verwendung der Blockchain-Technik in Fahrzeugen und Verkehrstechnik voranbringen soll. Die Mobility Open Blockchain Initiative, kurz MOBI, wird als Stiftung inkorporiert, die Leitung übernimmt Chris Ballinger, ehemaliger Finanzchef des Toyota Research Institute. Neben den Autokonzernen sind unter anderem auch Accenture, Bosch, IBM, der Automobilzulieferer ZF, die Blockchain-Plattform Hyperledger sowie die Stiftung hinter der Kryptowährung IOTA mit an Bord.

Ziel ist der Pressemitteilung zufolge, gemeinsam einheitliche und quelloffene Standards zu schaffen, so dass Verkehrsteilnehmer zum Beispiel direkt über ein Blockchain-Netzwerk Transaktionen mit Behörden und Dienstleistern tätigen können. Die dezentrale Struktur einer solchen Verkehrs-Blockchain würde Nutzern und Firmen auch mehr Kontrolle über ihre eigenen Verkehrsdaten geben – bis hin zur Entscheidung, ob und wie diese monetarisiert werden. Ebenfalls will man auch daran arbeiten, wie sich Lieferketten über Blockchainnachweise nachverfolgen lassen, autonome Autos mit eigener Kryptogeldwallet selbständig Zahlungen leisten oder Marktplätze für Fahrdaten aufgebaut sein könnten.

Experimente mit Blockchaintechnik im Mobilitätsbereich gibt es bereits, allerdings kocht praktisch jeder sein eigenes Süppchen: ZF entwickelt zum Beispiel zusammen mit der Bank UBS und IBM eine Kryptogeld-Wallet für Autos. Porsche wiederum arbeitet gemeinsam mit dem Startup Xain daran, Fahrzeuge zu einem Blockchain-Node zu machen – im Prototyp noch per eingebautem Raspberry Pi mit SIM-Karte, direkt angebunden an das Bus-System des Autos. Über vom Besitzer getätigte Transaktionen könne so zum Beispiel der Kofferraum geöffnet oder das Fahrzeug ver- und entriegelt werden.

Ein weiteres Beispiel ist der Energieversorger Innogy, der mit seinem Tochterunternehmen Motionwerk ein kryptogeldbasiertes Zahlungssystem für Stromladesäulen etablieren wollte. Der Dienst wurde jedoch Anfang des Jahres zunächst wieder eingestellt, weil sich das Blockchain-Netzwerk der Plattform Ethereum als zu langsam für diese Zwecke erwies. (axk)

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