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BMW bittet Fahrer zum E-Mail-Diktat

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Mit der neuen Generation von BMW ConnectedDrive erweitert der Münchner Autobauer den Umfang seines Kommunikations- und Navigationssystems, das mit einem ins Auto integrierten Mobilfunkmodul arbeitet. Wesentliche Neuerung ist eine Spracherkennung, mit der der Fahrer kurze Texte eingeben und als E-Mail oder SMS verschicken kann.

Das Display im Armaturenbrett zeigt etwa Straßenkarten oder Webinhalte. Gewählt wird per iDrive-Knopf (unten).

(Bild: BMW)

Die neue Generation debütiert zunächst im gerade überarbeiteten 7er, einer Oberklasselimousine, die von 75.000 Euro aufwärts zu haben ist, sowie im neu aufgelegten Kombi der unteren Mittelklasse, dem 3er touring. Weitere Baureihen werden BMW zufolge sukzessive folgen. ConnectedDrive ist ein Bestandteil des aufpreispflichtigen Navigationssystems Professional, das die Bayern ab 2400 Euro anbieten. Die Kosten für die mobile Datenübertragung übernimmt für drei Jahre ab Fahrzeugkauf der Hersteller. Im Gegensatz zu früheren Varianten, die zunächst nur per GPRS oder später EDGE Daten austauschten, beherrscht das integrierte Modem inzwischen auch UMTS. Wer sich um Datenschutz oder Elektrosmog sorgt: Die Funkanbindung wird nur auf Kundenwunsch freigeschaltet. "ConnectedDrive 2012" ermöglicht zudem, zwei Telefone gleichzeitig anzukoppeln und deren Adressbücher in eine gemeinsame Kontaktliste zu übertragen, die dann für Telefonate und E-Mails zur Verfügung steht.

Bisher erlaubte es ConnectedDrive, sich Nachrichten vom per Bluetooth angebundenden Handy im Fahrzeug anzeigen und vorlesen zu lassen. Dank Spracherkennung kann der Fahrer jetzt auch darauf antworten, ohne die Hände vom Steuer zu nehmen. Das System nutzt die serverbasierte Spracherkennung von Nuance namens Dragon Drive!. Außer zum Versand von Textnachrichten erlaubt sie auch, bis zu zwei Minuten lange Sprachnotizen aufzunehmen, die anschließend per E-Mail versendet oder archiviert werden können.

Ferner soll die Spracherkennung die Bedienung weiterer Funktionen erleichtern, indem Befehle in natürlichem Sprachfluss eingegeben werden können. Als Beispiele nennt BMW: "Wo stellt man den Klang ein?", wenn das Radio eingeschaltet ist, oder, wenn die Kartenansicht des Navis aktiv ist: "Gibt es Verkehrsmeldungen?" Außer Deutsch beherrscht die Spracherkennung derzeit Britisches und US-amerikanisches Englisch sowie Französisch, Italienisch, und Spanisch.

Der LTE-fähige WLAN-Router kommt im November in den Zubehörhandel.

(Bild: BMW)

Von November an will BMW unabhängig von ConnectedDrive den Car Hotspot LTE verkaufen, der – zumindest theoretisch – Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s erlaubt und im Auto ein WLAN aufspannt. Voraussetzung ist BMW zufolge eine LTE-fähige SIM-Karte – folglich muss der Kunde selbst einen Provider suchen und bezahlen, der ihm das Funken per Long Term Evolution ermöglicht. Dank Standard-USB-Netzteil kann die Hardware auch unabhängig vom Fahrzeug genutzt werden. Mit dem eingebauten Akku sind laut Anbieter bis zu 30 Minuten ohne Stromversorgung möglich.

BMW will den Hotspot auch als Zubehörteil für rund 480 Euro anbieten, sodass sich auch ältere Modelle der Bayern nachrüsten lassen. Voraussetzung ist, dass der Wagen mit einer werksmäßigen Telefongrundplatte einschließlich Anbindung an die Fahrzeugantenne versehen ist. Dann könnten die Kunden den LTE-Hotspot – ähnlich wie eine Ladeschale für ein gängiges Handymodell – ohne viel Aufwand selbst einsetzen, erläuterte eine BMW-Sprecherin gegenüber heise online.

Weitere Informationen zum Thema bietet der Beitrag Das neue BMW ConnectedDrive auf heise Autos. (ssu)