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BMW eröffnet Campus für autonomes Fahren

In drei Jahren will BMW das erste selbstfahrende Serienauto auf den Markt bringen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sieht schon heute Vorteile für Ehepaare.

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BMW eröffnet Campus für autonomes Fahren

(Bild: BMW)

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Weniger Unfälle, besserer Verkehrsfluss und neue Freiheiten für Autofahrer – 2021 will BMW sein erstes autonom fahrendes Serienauto vom Band rollen lassen. Mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eröffnete der Autohersteller am Mittwoch in Unterschleißheim bei München sein neues Entwicklungszentrum für selbstfahrende Autos. Rund 1000 Ingenieure und Software-Experten sind schon da, bald sollen es doppelt so viele sein.

BMW eröffnet Kompetenzzentrum für autonomes Fahren (15 Bilder)

Außenansicht des Campus' in Unterschleißheim.
(Bild: BMW)

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich sagte auch mit Blick auf die Unfälle selbstfahrender Autos von Tesla und Uber in den USA: "Die Herausforderungen beim autonomen Fahren sind enorm." Aber es könne die Unfallzahlen senken, den Verkehrsfluss verbessern und neue Geschäftsmodelle auch für die Autobauer eröffnen. Notwendig seien allerdings noch der gesetzliche Rahmen und der deutschland- und europaweite Aufbau eines leistungsstarken 5G-Mobilfunknetzes für die vernetzten Autos.

Söder sagte: "Die Zukunft eines Landes bemisst sich an seiner Innovationskraft." Das Auto sichere Arbeitsplätze und individuelle Mobilität. Die selbstfahrende U-Bahn in Nürnberg sei für Fahrgäste zunächst auch ungewohnt gewesen. Die automatische Einparkhilfe dürfte aber bereits manche Ehe gerettet haben, meinte er scherzhaft. Generell sagte Söder: "Wir sind für Mobilität und gegen Fahrverbote. Die Zukunft der Mobilität ist ein zentrales Thema im wachsenden Freistaat."

In Unterschleißheim arbeiten Experten von BMW, dem Chiphersteller Intel und anderen IT-Unternehmen an einer gemeinsamen, für viele Hersteller nutzbaren Plattform für vernetzt und autonom fahrende Autos. Auch FiatChrysler gehört zu den Partnern. 40 Testautos sind bereits im Einsatz. Fröhlich sagte, Millionen Testkilometer seien nötig – ein Hersteller allein könne die Herausforderungen gar nicht meistern, schon gar nicht schnell genug. BMW will seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung dieses Jahr um eine weitere Milliarde auf sieben Milliarden Euro erhöhen.

Die heutigen Assistenzsysteme können Tempo, Abstand und Spur halten oder einparken. Technisch könnten Serienfahrzeuge wie der neue Audi A8 heute auch schon mit einem Staupiloten hochautomatisiert selbst fahren, der Fahrer könnte bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h Zeitung lesen. Gesetzlich ist das in Europa aber noch nicht erlaubt.

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte der Tageszeitung Die Welt: "Vollständiges autonomes Fahren im Straßenverkehr wird es vor dem Jahr 2050 nicht geben. Wir müssen noch sehr viel prüfen und testen." Aber Tempo-, Spurhalte- und Notbremsassistenten könnten schon heute helfen, die Zahl von mehr als 25.000 Verkehrstoten im Jahr zu senken. Hier plane die EU verpflichtende Regeln. (dpa) / (anw)

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