BND spähte Interpol aus

Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst neben der Zentrale auch etliche Verbindungsbüros der Polizeibehörde angezapft hat.

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Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat über viele Jahre die internationale Polizeibehörde Interpol ausgespäht. Das Bericht das Nachrichtenmagazin der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe (auch Spiegel online berichtet). Neben der Interpol-Zentrale im französischen Lyon zapfte der BND spätestens seit 2000 über einen längeren Zeitraum auch Verbindungsbüros des Polizeinetzwerks in Österreich, Dänemark, Belgien, Griechenland, Spanien, Italien, den USA und Dutzenden weiteren Ländern an. Insgesamt seien mehrere Dutzend Dienststellen von Interpol betroffen gewesen – von Lateinamerika bis Russland.

Das gehe aus Unterlagen hervor, die der SPIEGEL einsehen und auswerten konnte. So speiste der BND neben E-Mail-Adressen auch Telefon- und Faxnummern der Fahnder in seine Selektorenliste zur Überwachung ein. Außer Interpol sei auch die europäische Polizeibehörde Europol im niederländischen Den Haag angezapft worden.

Fragen des Spiegel, etwa ob das Ausspähen europäischer Polizeibehörden durch das Auftragsprofil der Bundesregierung gedeckt war, beantwortete der BND nicht. Zu operativen Aspekten seiner Arbeit äußere sich der Dienst ausschließlich gegenüber der Bundesregierung und den zuständigen Gremien des Bundestags, teilte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin mit. (jo)