BOINC-App: Mit dem Smartphone nebenbei Asteroiden erforschen

Die Software BOINC für Verteiltes Rechnen gibt es nun als mobile Version für Android-Geräte. Damit kann man die ungenutzte Rechenleistung seines Smartphones oder Tablets für Forschungsprojekte zur Verfügung stellen.

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Von
  • Sylvia Beckers

Mit einer neuen App des Projekts Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) können Anwender nun auch die brachliegende Rechenleistung ihrer Android-Smartphones für wissenschaftliche Aufgaben "spenden". Bislang ist BOINC als Open-Source-Software für Windows, MacOS und Linux verfügbar und läuft weltweit auf ungefähr 350.000 Computern. Angesichts der wachsenden Bedeutung und verbesserten Leistungsfähigkeit von mobilen Geräten entstand 2011 die Idee, auch eine BOINC-Version für Android zu entwickeln.

Mit finanzieller Unterstützung durch den Google Summer of Code 2012 und das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik entwickelte der Student Joachim Fritzsch die erste Version von Pavol Michelec und Mateusz Szapowski weiter. Nach einer Reihe von Tests durch Freiwillige wurde die App Anfang der Woche veröffentlicht.

BOINC soll die "Spender" nicht bei ihrer Nutzung der mobilen Geräte stören, indem es beispielsweise einen Großteil der Batteriekapazität aufbraucht. Deshalb wird die Anwendung nur aktiv, wenn das Gerät gerade mit Strom versorgt wird und zu mindestens 90 Prozent geladen ist. Des Weiteren muss eine WLAN-Verbindung bestehen, damit die Berechnungen im Dienste der Wissenschaft nicht auf die Mobilfunkrechnung der freiwilligen Helfer durchschlagen.

Zurzeit gibt es fünf Projekte, die man mit der Android-Anwendung unterstützen kann – weitere sollen folgen. Zum Beispiel kann man sich an Einstein@Home beteiligen. Dieses Projekt für Verteiltes Rechnen (distributed computing), das der Suche nach Pulsaren gewidmet ist, läuft bereits seit 2005. Inzwischen hat es zur Entdeckung zahlreicher neuer Pulsare geführt.

Neben Einstein unterstützt die Android-App derzeit FightAIDS@Home, Asteroids@home, OProject@Home und Yoyo@home. Das wahrscheinlich bekannteste Projekt SETI@home, das auf der Suche nach Spuren außerirdischen Lebens ist, soll demnächst auch mit der Android-App unterstützt werden können. (sybe)