Menü

BPjM will besseren Jugendschutz im Netz

Cybermobbing, Grooming, Gewalt: Beim Jugendschutz im Netz gibt es Handlungsbedarf. Nun soll ein neuer Fachbereich der BPjM Kinder und Jugendliche besser vor den Gefahren im Netz schützen.

Kind am Computer

Auch die Kleinen sind längst im Netz unterwegs – dort lauern jedoch Gefahren.

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) bekommt einen neuen Fachbereich, der sich um den Jugendschutz im Internet kümmern soll. Kinder und Jugendliche sollen so besser gegen Übergriffe und Gefahren im Netz geschützt werden. Dabei geht es um Cybermobbing, sexuelle Belästigung, finanzielle Risiken, aber auch um Suchtgefahren durch exzessive Nutzung des Internets. Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) forderte, dass Kinderrechte "auch unter den digitalen Bedingungen konsequent durchgesetzt werden" müssen.

Am Dienstag unterzeichnete Barley gemeinsam mit der BPjM-Vorsitzenden Martina Hannak-Meinke eine strategische Zielvereinbarung. "Einen guten Schutz bekommen wir nur hin, wenn Politik und Zivilgesellschaft hier Hand in Hand arbeiten", erklärte die Bundesfamilienministerin. Sie bedauerte, dass eine von ihrem Ministerium erarbeitete Reform des Jugendschutzgesetzes in der schwarz-roten Koalition nicht umgesetzt werden konnte. Dies sei "ein massives Anliegen für die nächste Legislaturperiode". Die BPjM und der neue Fachbereich wollen Eltern, Kindern und Jugendlichen eine "klare Orientierungshilfen für sichere Online-Kommunikation" bieten.

Der neue BPjM-Fachbereich soll sich auch um "Interaktionsrisiken" im Netz kümmern, darunter Cybermobbing und Cybergrooming, also der Anbahnung sexueller Kontakte mit Kindern. BPjM-Vorsitzende Hannak-Meinke sieht die derzeitige Lücke im Jugendmedienschutz darin, dass es "keine Regelungen gibt in Bezug auf Medien, die auf Interaktion aus sind".

Auch Experten des Kompetenzzentrums Jugendschutz.net sehen dringenden Handlungsbedarf, da die Betreiber von sozialen Netzwerken zu wenige Verstoße löschen. Die Profile seien für junge Nutzer zudem nicht sicher genug eingestellt, es mangele an einem ausreichenden Hilfesystem. Zusammen mit Stiftung Warentest hatte Jugendschutz.net jüngst 50 Smartphone-Apps für Kinder untersucht. Das Ergebnis: Keine einzige App konnte als unbedenklich eingestuft waren. Scheinbar kostenlose Apps entpuppten sich etwa als Kostenfalle. Der Kinder- und Datenschutz sei regelmäßig mangelhaft, so die Experten.

Lesen Sie zum Thema Cybergrooming in der c't:

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige