BSDEX: Börse Stuttgart eröffnet Profi-Handelsplatz für Bitcoin & Co.

Den Anfang macht der Handel Bitcoin gegen Euro: Die Börse Stuttgart hat einen neuen Handelsplatz für "digitale Vermögenswerte" vorgestellt.

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Börse Stuttgart stellt Profi-Handelplatz für Bitcoin & Co. vor

(Bild: Börse Stuttgart)

Von
  • Axel Kannenberg

Die Börse Stuttgart hat einen neuen Handelsplatz für Kryptowährungen namens BSDEX vorgestellt. Zunächst solle dort nur ausgewählten Anlegern der Handel Bitcoin gegen Euro möglich sein. Die Öffnung für weitere private und institutionelle Anleger soll folgen – Interessierte können sich dafür schon mal registrieren. Schritt für Schritt sollen dann auch weitere Funktionen fürs Profi-Trading freigeschaltet werden.

BSDEX ist damit in Deutschland die erste regulierte Plattform mit einem Handelssystem, das Käufer und Verkäufer automatisiert zusammenführt. Der derzeitige Platzhirsch Bitcoin.de operiert eher nach dem Prinzip eines Online-Marktplatzes, bei dem man sich sein Gegenüber noch manuell aussucht. Hinter BSDEX steht ein Tochterunternehmen der Stuttgarter Börse, an dem mit 30 Prozent auch der Axel Springer Verlag beteiligt ist. Alle Kundenguthaben bei BSDEX werden beim Bankpartner Solaris Bank aufbewahrt und sind durch gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Weitere Tochterfirmen der Börse sollen für liquiden Handel und sichere Aufbewahrung der Coins sorgen.

Bereits im Februar hat die Stuttgarter Börse die Trading-App Bison vorgestellt, über die Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple gekauft werden können. Die richtet sich aber eher an Kleinanleger und Trading-Einsteiger und kommt mit zahlreichen Beschränkungen daher. Rund 50.000 registrierte Nutzer hat man dafür bereits gewonnen, berichtet das Handelsblatt. Bei BSDEX rechnet die Börse mit weniger Kunden, aber dafür mit deutlich größeren Orders. 2020 soll es bei BSDEX dann auch Handel mit Krypto-Token geben, die zum Beispiel Geldanlagen wie Schuldverschreibungen und Immobilienbeteiligungen verbriefen. Die Börse Stuttgart spricht dabei von "digitalen Vermögenswerten" und strebt Marktführerschaft in dieser Nische an.





Größere Impulse für den Kryptogeldhandel erwarten Beobachter derzeit aber ganz woanders: In den USA begann am heutigen Montag ein Handelsplatz für Bitcoin-Futures namens Bakkt den Betrieb. Die Kryptogeldcommunity setzt große Hoffnungen darauf, weil die dort gehandelten Terminkontrakte tatsächlich mit Bitcoins hinterlegt sind, die dann auf dem Markt auch gekauft werden müssen. Die meisten bisher auf das Kryptogeld aufgelegten Futures werden bei Fälligkeit in US-Dollar ausgeglichen. Zum Start blieb der Handel aber noch verhalten, schreibt der Fachdienst Coindesk. Der seit Anfang August um die 10.000 US-Dollar trudelnde Bitcoinpreis fiel auch am Montag leicht ab auf rund 9950 US-Dollar. (axk)