BT setzt für Mobilfunk auf Vodafone

BT hat die Zusammenarbeit mit der ehemaligen Tochter mmO2 beendet. Anfang 2005 wandert auch das Privatkundengeschäft zu Vodafone.

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Von
  • Daniel AJ Sokolov

BT, früher bekannt als British Telecom, hat die Zusammenarbeit mit der ehemaligen Tochter mmO2 beendet. Am 19. November 2001 hatte sich BT von seiner Mobilfunktochter zwecks Schuldenabbau getrennt, war aber bereits Mitte 2003 als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) wieder auf den Plan getreten. Da BT kein eigenes Mobilfunknetz mehr hat, wurde der Konzern Untermieter bei mmO2 für das Geschäftskundensegment und bei T-Mobile für Mobilfunkdienste für Privatkunden. Mitte 2004 schloss der britische Ex-Monopolist schließlich einen Vertrag mit Vodafone, wonach das Mobilfunkgeschäft für Geschäftskunden nun über das Netz von Vodafone UK abgewickelt wird. Anfang kommenden Jahres wandert auch das Privatkundengeschäft zu Vodafone.

Am Freitag, genau drei Jahre nach der Konzernspaltung, hat BT den Kampf um das Mobilfunk-Business mit großen Unternehmen aufgenommen. Speziell angepasste Tarife und neue Dienste wie VPN (Virtual Private Networks) und Telefonkonferenzen, vor allem aber Kommunikationsprodukte, die Mobilfunk und Festnetz eng verknüpfen, sollen zum Erfolg beitragen. Dazu wird der Zugang zu über 6000 Hotspots in Großbritannien und rund 9000 weiteren in aller Welt offeriert. Im am 30. September zu Ende gegangenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres hat BT Mobile die Zahl der Anschlüsse um 42 Prozent auf 305.000 erhöht, der Umsatz ist auf 45 Millionen Pfund (über 64 Millionen Euro) gewachsen. Dies bedeutet eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch die Ziele sind noch höher gesteckt: Nächstes Jahr soll BT 300 Millionen Pfund umsetzen, in fünf Jahren gar eine Milliarde (zum aktuellen Kurs rund 1,42 Milliarden Euro).

Ein wesentliches Element der Strategie ist dabei das Bluephone beziehungsweise UMA (Unlicensed Mobile Access). Mobilfunkverbindungen sollen damit nahtlos zwischen GSM/GPRS-, WLAN- und Bluetooth-Zellen übergeben werden können. Davon profitieren sollen die Kunden durch niedrigere Gesprächsgebühren, wenn über WLAN oder Bluetooth telefoniert wird. Und natürlich jene Anbieter, die über ein ausgedehntes Netz an Leitungen, nicht aber über Mobilfunksender- und Lizenzen verfügen. Kein Zufall also, dass sowohl BT als auch AT&T zur UMA-Gruppe gehören. AT&T hat seine Mobilfunksparte kürzlich an Cingular Wireless verkauft, möchte aber als MVNO das Mobilfunkgeschäft ebenfalls nicht bleiben lassen. Mit dem CDMA-Netzbetreiber Sprint wurde bereits ein Vertrag für fünf Jahre unterzeichnet, technische Tests haben schon vor Monaten begonnen. Wie BT will auch AT&T bereits im kommenden Jahr Handys auf den Markt bringen, die VoIP-Telefonate über WLAN ermöglichen. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)