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Backlinks, Content und Markenglück: Google-Ranking-Faktoren 2014

Die Seo-Firma Searchmetrics versucht in ihrer "Ranking-Faktoren-Studie" alljährlich dem Google-Algorithmus auf die Spur zu kommen.

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Searchmetrics' Die diese Woche vorgelegte 100-seitige Studie zeigt, was Google unter einer "guten" Webseite versteht und dass die Vergabe von Top-Positionen erstaunlich konservativ abläuft. Insgesamt 10.000 Suchbegriffe sowie etwa 300.000 Webseiten haben die Searchmetrics-Crawler im April 2014 analysiert. Bei den Rankingfaktoren von Searchmetrics handelt es sich um Korrelationen. Die sagen nicht aus, dass ein Faktor kausal für eines gutes oder schlechtes Abschneiden auf Google verantwortlich ist, sie erlauben aber Hinweise darauf, was für den Algorithmus zählt.

Die Technik muss stimmen, Content zählt

Auf 100 Seiten spürt die Studie den Faktoren nach, die für Google bei Ranking wichtig sind.

Im Vergleich mit Vorjahres-Studien ist vieles gleich geblieben. Vor allem muss eine Seite technisch reibungslos laufen und über eine gute Seitenarchitektur verfügen, das ist ein K.O.-Kriterium.

Statt stupider Seo-Texte kommt es laut Studie auf vernünftige Inhalte an. Guter Content nach Google-Lesart heißt: längere Texte, in die Bilder oder Videos integriert sind und die "semantisch reichhaltig" sind. In einem Text über Autos sollte nicht stereotyp 20-mal das Wort Auto vorkommen, sondern auch mal inhaltlich verwandte Begriffe wie Stoßstange.

Links bleiben wichtig und Nutzer entscheiden mit. Weiterhin gilt: Viele Links sind gut, deren "Profil" muss aber stimmen. Sie sollten von hochwertigen Seiten stammen, am besten aus dem selben Land und auch mal Stoppwörter wie "und" enthalten. Erstmals wurde auch das tatsächliche Klick- und Leseverhaltens auf Webseiten erfasst, beispielsweise die Verweildauer. So bleiben Nutzer, die auf das erste Suchergebnis klicken, durchschnittlich 70 Sekunden länger dort als bei einer Webseite auf Position 5.

Die Studie zeigt auch, dass vor den Faktoren des Google-Algorithmus ganz klar nicht alle gleich sind. Google verlässt sich auf "Marken". Das ist fast ein Automatismus, wie der Searchmetrics-Gründer und Geschäftsführer Marcus Tober erläutert: "Während für Nicht-Brands die Anforderungen sehr hoch sind, um überhaupt auf der ersten Position zu ranken, scheint die Top-Suchposition für bestimmte Anfragen per se für große bekannte Marken reserviert zu sein."

Nischenmarken wie fokussierte Sportausrüster rangieren bei spezifischen Begriffen oft auf Platz 1. Bekanntere Marken wie Nike, Zalando oder Zeit Online, aber auch die großen Webplayer Facebook, Ebay und Amazon schaffen es hingegen bei sehr vielen Suchbegriffen an die Spitze. Und dann gibt es noch die Wikipedia, die einzige "universelle Marke". Die Online-Enzyklopädie rankt oft auf Platz 2, und immer dann ganz oben, wenn für den jeweiligen Begriff laut Ansicht von Google keine spezifische Marke existiert.

Marcus Tober von Searchmetrics: "Relevante Inhalte sind jedoch schlichtweg wichtiger als jeder Domainname".

Als Ausblick verweist die Studie darauf, dass sich die mobile und die stationäre Suche deutlich unterscheiden. Webseiten unter den mobilen Top 30 weisen beispielsweise deutlich kleinere Dateigrößen auf, sodass sie schneller laden.

Eine Passage zu den 2014 startenden neuen Top-Level-Domains fehlt komplett. Registry-Betreiber versprechen gern vollmundig, dass die neuen Branchen- oder Lokal-Endungen sie auf Google nach oben pushen werden. Für eine Bewertung sei es noch viel zu früh, meint Marcus Tober von Searchmetrics, auf Anfrage: "Für die diesjährige Korrelations- und Ranking-Faktoren-Studie, die auf einer breiten Datenbasis fußt, war die TLD-Datenmenge zu diesem Zeitpunkt zu gering, um fundierte Aussagen treffen zu können."

Und insgesamt gehe der Trend bei der Suchmaschinen-Optimierung eh weg von der reinen Existenz eines Keywords zu einem "holistisch-relevanten" Verständnis: "Sicherlich wird eine relevante Domainendung nicht schaden – relevante Inhalte sind jedoch schlichtweg wichtiger als jeder Domainname oder eine spezifische TLD." Guter Content ist eben alles – zumindest das, was Google dafür hält. (jo)