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Bafin: App-Bank N26 muss Geldwäsche-Kontrolle verbessern

Erneut steht dem Banking-Startup N26 Ärger ins Haus: Die Finanzaufsicht Bafin verlangt Nachbesserung bei der Geldwäscheprävention.

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Der Gründer der N26 Bank, der Wiener Valentin Stalf, in den Geschäftsräumen des Unternehmens.

(Bild: dpa, Wolfgang Kumm)

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Die Finanzaufsicht Bafin hat bei der App-Bank N26 Mängel bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung entdeckt. So müsse N26 einige Bestandskunden neu identifizieren, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am Mittwoch nach einer Prüfung mit. Außerdem müssten mehr Arbeitsläufe schriftlich festgehalten und Rückstände bei der Kontrolle verdächtiger Transaktionen aufgearbeitet werden.

N26 zeigte sich in einer ersten Reaktion überzeugt, dass man die Vorgaben der Bafin noch vor der vorgegebenen Frist umsetzen werde. So sollen die noch offenen Fälle von Transaktionen, die den Banksystemen als unregelmäßig oder auffällig aufgefallen seien, bis Ende kommender Woche abgearbeitet werden. Die N26-Belegschaft soll zum Jahresende von 1000 auf 1500 Mitarbeiter aufgestockt werden. Die Bafin hatte auch angeordnet, dass die Bank für eine angemessene personelle Ausstattung für die Geldwäsche-Kontrollen sorgen müsse.

In den vergangenen Monaten sorgte N26 wiederholt für Negativschlagzeilen: Zuletzt sprachen Berichte von rund 400 Fällen, in denen Menschen aufgrund von Täuschungen oder Identitätsdiebstahl im Zusammenhang mit neu eröffneten N26-Konten geprellt worden waren. Betrüger hatten ahnungslose Menschen dazu gebracht, ein Konto bei N26 eröffnen und ihnen die Zugangsdaten zu auszuhändigen – etwa in dem sie sich als Marktforschungsinstitut ausgaben, das Tester sucht. Die Konten wurden zum Beispiel für Fakeshops und Geldwäsche genutzt.

Zuvor meldete das Handelsblatt, dass die Bafin die Bank gerügt habe – unter anderem für ihre zu dünne Personaldecke. Dadurch sei N26 bei der Weitergabe von Informationen über Kontenmissbrauch für andere Banken schlecht erreichbar gewesen. Ein Sparkassen-Chef habe einen Fall geschildert, in dem N26 auf einen Überweisungsrückruf so spät reagierte, dass das Geld für das Betrugsopfer verloren war. Und davor kursierten bereits Berichte über den schlechten Kundenservice, wegen dem Phishing-Opfern hoher Schaden entstanden sei. In allen Fällen gelobte N26 Besserung.

N26 hat nach jüngsten Angaben in 24 europäischen Ländern 2,5 Millionen Kunden und arbeitet aktuell an einem Markteintritt in den USA. Das Start-up wurde 2013 von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal in Berlin gegründet und hält seit 2016 eine Vollbanklizenz. (Mit Material der dpa) / (axk)