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Bahn braucht für Investitionsoffensive noch mehr Ingenieure

Für die Eisenbahn in Deutschland steht so viel Geld bereit wie nie. Doch wer soll bei der Deutschen Bahn das ganze Geld ausgeben?

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DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla will die Bahn durchdigitalisieren, doch mit wem?

(Bild: deutschebahn.com)

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Für die geplanten Milliardeninvestitionen in das deutsche Schienennetz braucht die Deutsche Bahn deutlich mehr Techniker und Ingenieure. "Ich muss weiter aufbauen, sonst kriege ich die Masse gar nicht bewegt", sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Allein um das zusätzliche Geld für Erhalt und Instandsetzung der Schienenwege abzurufen, seien 900 neue Leute notwendig. Gesucht würden Techniker, Planer und Fachleute für Ausschreibungen, die die aktuell 11.000 Kollegen verstärken.

"Da rede ich noch gar nicht über Digitalisierung und andere Sachen, wo ich auch noch Personal aufbauen muss." Insgesamt fließt aber nach Pofallas Rechnung aus verschiedenen Töpfen bis 2030 die Rekordsumme von 156 Milliarden Euro in die Infrastruktur. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir diese gewaltige Investitionssumme auch abarbeiten können."

Heute hat die Bahn mit einem gewaltigen Sanierungsstau zu kämpfen. Zahlreiche Brücken sind marode, Stellwerke stammen zum Teil noch aus Vorkriegszeiten. "In unserem Netz trifft Kaiserzeit auf 4.0", sagte Pofalla. Er verglich das Schienensystem mit einer Produktionshalle. "Wenn es da reinregnet, kann nicht mehr gut produziert werden."

Fahrgäste litten vor allem im vergangenen Jahr unter Verspätungen, und auch in diesem Jahr kommt die Bahn erst langsam aus dem Tief heraus. Seit Jahresbeginn seien durchschnittlich 76,5 Prozent der Fernzüge pünktlich gewesen, was nach Bahndefinition heißt, dass sie weniger als sechs Minuten nach Fahrplan im Bahnhof eintrafen. Nächstes Jahr will die Bahn eine Quote von 78 Prozent schaffen.

Damit es weniger Verspätungen und Zugausfälle gibt und mehr Züge fahren können, will die Bahn das Netz ertüchtigen, mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik ausstatten und es ausbauen. Züge könnten dann 2030 rund 350 Millionen zusätzliche Kilometer auf dem Netz zurücklegen, lautet der Plan. 2018 waren es knapp 1,1 Milliarden sogenannte Trassenkilometer. Die Kapazität wüchse also um etwa ein Drittel.




Bund und Bahn hatten vereinbart, bis 2030 gemeinsam rund 86 Milliarden Euro in Erhalt und Instandsetzung der Schienenwege zu stecken. Zudem sagte die Bundesregierung dem Staatskonzern in seinem Klimapaket für den Zeitraum elf Milliarden zusätzliches Eigenkapital zu. Außerdem sollen die Bundesmittel für Busse und Bahnen im Nahverkehr steigen, woran die Bahn in dem Zeitraum einen Anteil von 3 Milliarden Euro habe. Der Bedarfsplan Schiene des Bunds, die Digitalisierung der Schiene und weitere Einzelprogramme brächten 40,5 Milliarden Euro, weitere 5,5 Milliarden Euro könnten aus Strukturhilfen nach dem Kohleausstieg kommen, zudem etwa 16 Milliarden Euro von Bund und Ländern für Lärmschutz. (anw)