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Bahn testet WLAN im Regionalverkehr

Zwischen Mönchengladbach und Münster fahren nun Regionalzüge der DB, in denen die Passagiere kostenlos ins Internet gehen können.

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Bahn testet WLAN im Regionalverkehr

Für die Verkabelung im Zug wird die Deckenverkleidung geöffnet.

(Bild: deutschebahn.com)

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Die Deutsche Bahn hat seit dem gestrigen Montag zwei Regionalzüge im Verkehr, die einen kostenfreien Internetzugang bieten. Sie fahren auf der Linie RE 42 zwischen Mönchengladbach und Münster. Die DB-Tochter DB Regio NRW kooperiert dabei mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Sie wollen dabei "Erfahrungen über die notwendige technische Ausrüstung, die Dauer und den Aufwand der Umbauarbeiten sowie die damit verbundenen und laufenden Kosten" sammeln", wie Rolf Ommen, Abteilungsleiter Nahverkehrsmanagement des VRR laut Mitteilung erklärt. Zwei weitere Züge der Strecke sollen ebenfalls mit WLAN versehen werden.

Wenn der Browser des Smartphones, Tablets oder Laptops erstmals im Zug-WLAN gestartet wird, öffnet sich eine Startseite. Der Nutzer akzeptiert die dort stehenden Nutzungsbedingungen mit einem Klick auf den Button "Hier online gehen". Dabei müssen sich die Nutzer sich also – ähnlich wie im WLAN der ICE – nicht persönlich registrieren.

In einem Nahverkehrszug sei es nicht damit erledigt, den Router in eine Buchse einzustecken, für den Empfang muss auf dem Dach eine spezielle Antenne installiert werden, erläutert die Bahn. Im Inneren des Schienenfahrzeugs müsse ein aufwändiges Kabelsystem verlegt werden. Dafür würden Teile der Innenverkleidung entfernt und nach der Montage der elektronischen Bauteile wieder angebracht. Ein einzelnes Fahrzeug mit WLAN auszurüsten dauert etwa vier Tage.

Eine große Herausforderung für den WLAN-Betrieb ist die variierende Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter entlang der Strecken. Besonders in ländlichen Gegenden gibt es Funklöcher, deshalb sollen in dem Pilotprojekt Erfahrungen gesammelt werden, wie zuverlässig das WLAN in einem Nahverkehrszug funktioniert. Die Linie RE 42 wurde ausgesucht, weil sie sowohl durch ländliche Regionen als auch durch den Ballungsraum Ruhrgebiet verläuft.

DB Regio hatte sein komplettes Netz geprüft und festgestellt, dass es entlang von 87 Prozent der Schienenwege eine Mobilfunkabdeckung gibt, die den Internetempfang via WLAN "in zufriedenstellender Qualität" gewährleiste. Durch ein "Multi-Provider-System" würden wie für das WLAN in den ICE die drei großen Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica in einem Netz über UMTS und LTE gebündelt, sodass alle Kunden in den Regionalzügen immer auf einen davon über Hotspots zugreifen könnten.

Während des für ein Jahr angesetzten Pilotprojekts soll es immer wieder technische Anpassungen geben. Es soll zum Beispiel getestet werden, wie der WLAN-Empfang entlang der Strecke möglichst stabil gehalten werden kann. Auch soll die Datenrate variiert werden, um herauszufinden, wie möglichst viele Fahrgäste gleichzeitig mit der bestmöglichen Geschwindigkeit surfen können. Ähnlich wie in ICE-Zügen soll es später zudem ein "Content-Portal" geben, über das Fahrgäste zum Beispiel Nachrichtensendungen und Spielfilm-Serien schauen können.

[Update 14.3.2017, 10:40] In Schleswig-Holstein ist derzeit ein Testzug der DB Regio SH mit WLAN unterwegs. Bis Februar war in einem Zug der DB Regio der kostenlose Internetzugang getestet worden. (anw)