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Ballmer: Microsoft stellt die "Plattform für die nächste Technologie-Revolution"

Microsoft-Chef Steve Ballmer ist davon überzeugt, mit den nun auf der Professional Developers Conference (PDC) in Los Angeles vorgestellten Office Web, Windows Azure und dem Vista-Nachfolger Windows 7 eine "Plattform für die nächste Technologie-Revolution" präsentiert zu haben. In den vergangenen zehn Jahren habe es in der Informationstechnik eine bedeutende Transformation gegeben, heißt es in einer "Executive E-Mail", in der die Menschen auf völlig neuartige Weise miteinander kommunizieren. Es gebe bereits einige Bestandteile als Resultat des Transformationsprozesses wie "Cloud Computing" und Social Networks, große Computermonitore, Mobiltelefone und Navigationssysteme, doch fehle die Möglichkeit, all diese Komponenten übergangslos miteinander zu verbinden, beschreibt Ballmer die Ausgangslage aus seiner Sicht.

Microsofts Ziel sei es, "Personal Computing" neu zu definieren. Die Kombination aus PC, mobilen Geräten und Web solle mehr werden als nur die Summe ihrer Teile. Einiges, das einfach erscheine, sei derzeit schwierig, wenn nicht gar unmöglich, zum Beispiel der einfache Zugriff auf Dokumente am Arbeitsplatz vom Heim-Computer aus oder die Sammlung verschiedener Informationen in einer Anwendung. Mit den neuen "Plattform-Technologien" wolle Microsoft Grenzen aufheben, schreibt Ballmer, der beispielsweise zur CeBIT in diesem Jahr vorzeigte, dass er gewillt ist, wie vormals sein Kompagnon Bill Gates in die Ferne zu schweifen.

Mit Windows Azure sollen Entwickler Anwendungen erstellen können, mit der die "Computing Cloud" erweitert wird, sodass diese Rechenzentren, PCs, das Web und Mobiltelefone umfasse. Windows 7 soll die modernen Vorteile von Software und Hardware nutzen und die Grenzen zwischen Informationen, Menschen und Geräten aufheben. Mit Office Web sollen die Nutzer ihre Dokumente auf dem Desktop, auf dem Handy und im Web-Browser anschauen, bearbeiten und mit anderen austauschen können.

Steve Ballmer hatte die Richtung, die sein Konzern nun eingeschlagen hat, in diesem Sommer während einer Analystenkonferenz bereits angedeutet. Allerdings hatte er einem Modell, wie Google es mit seinen "Apps" anwendet, bei dem Büroprogramme vollständig serverorientiert arbeiten, eine Absage erteilt. Nun ist bekannt, dass Microsoft sein Office Web zusammen mit den installierbaren Ausgaben der Software, als Zutaten zum anzeigengesponserten Office Live, über gebührenpflichtige Abonnements und zur Installation auf eigenen Webservern von Volume-License-Geschäftskunden auf den Markt bringen will.

Der Office Live Workspace werde derzeit von rund 1 Million Menschen genutzt, erläutert Ballmer in seiner E-Mail. Die Microsoft Online Services nutzten so bedeutende Geschäftskunden wie Coca-Cola, Blockbuster und Energizer. Software as a Service werde von Unternehmen aber unterschiedlich angenommen, wie zum Beispiel von Finanzdienstleistern, die wichtige Kundendaten in eigenen Rechenzentren verwalten, die Verarbeitung von E-Mails aber auslagern. Diese Balance zwischen selbst- und fremdverwalteten Diensten könne sich aber auch ändern, beispielsweise in Zeiten größerer Nachfrage. Hier wolle Microsoft die Möglichkeit bieten, dass die Kunden Software as a Service variabel beanspruchen können.

Eine Grundlage für die Verfolgung seiner Ziele des reibungslosen Informationsaustauschs zwischen Geräten, Netzen und Menschen meint Microsoft in diesem Jahr mit dem Angebot Live Mesh gelegt zu haben. Dabei handelt es sich um einen Online-Speicherdienst mit Web-Desktop. Damit habe der Konzern begonnen, eine Brücke zwischen PC, Mobiltelefon und Web zu schlagen. Mit Hilfe der Azure-Dienste sollen Informationen für Nutzer überall zugänglich sein, schreibt Ballmer. Bisher sei Azure aber lediglich noch als vorläufiges Release verfügbar. Wenn die Entwickler sich dieser Plattform bedienten, würden die Menschen dem Ziel näher kommen, dass ihnen alle ihre Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten jederzeit bereitstehen.

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(anw)

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