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Bandbreite in Internet-Backbones wächst 2002 deutlich langsamer

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Weltweit nehmen derzeit die Backbone-Kapazitäten wesentlich langsamer zu als noch vor einem Jahr. Zu diesem Ergebnis kamen die IP-Infrastruktur-Spezialisten von Telegeography. Das US-amerikanische Forschungsunternehmen beobachtet laufend den Netzausbau von fast allen internationalen IP-Carriern.

"Seit der Erfindung des Web-Browsers hat sich die Gesamtkapazität der IP-Strecken weltweit in jedem Jahr mehr als verdoppelt", teilte Chef-Analyst Alan Mauldin von Telegeography mit. Für das laufende Jahr aber prognostiziert er ein Wachstum deutlich unter 40 Prozent gegenüber 2001. Die aggregierte Kapazität von einigen Routen zwischen großen Städten sei sogar gesunken.

Besonders dramatisch treten offensichtlich die europäischen Carrier auf die Ausbau-Bremse. Verzeichnete Telegeography im Jahr 2001 bei den IP-Strecken, die Europa mit den anderen Kontinenten verbinden, noch ein Kapazitätswachstum von 191 Prozent, so werden diese Backbones in ihrer Bandbreite in diesem Jahr wohl nur um 35 Prozent aufgestockt.

Die Ursache für den langsameren Ausbau sei wesentlich in der schwierigen globalen Wirtschaftslage zu sehen, erläuterte Mauldin. Aber auch speziell die finanziellen Schwierigkeiten vieler IP-Carrier, die teilweise zu Ausfällen von Teilnetzen oder sogar kompletten Backbones geführt haben, würden dazu beitragen. "Wenn man sich ansieht, wieviel Bandbreite die Unternehmen wie Energis, Carrier1, KPNQwest und Teleglobe vom Netz genommen haben, ist es erstaunlich, dass die Gesamtkapazität der IP-Strecken überhaupt noch wächst."

Bandbreite der Backbones in MBit/s

  2000 2001 2002
Afrika 649 1.231 2.118
Asien 22.965 51.044 78.584
Europa 232.317 675.348 909.159
Lateinamerika 2.785 15.893 26.287
USA/Kanada 112.222 272.187 381.904
(Die Angaben beziehen sich auf die verfügbare Bandbreite, nicht tatsächlich erfolgten Datenverkehr. Berücksichtigt sind nur transnationale Routen.)
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