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Bandlab veröffentlicht kostenlose DAW Cakewalk

Das Musik-Startup aus Singapur hat die Rechte an Cakewalk übernommen und bietet die voll ausgestattete Musikproduktionssoftware kostenlos zum Download an.

Bandlab veröffentlicht kostenlose DAW Cakewalk

(Bild: heise)

Cakewalk gehört seit Anfang der 90er zu den großen Digital Audio Workstations (DAW), mit denen man komplette Songs am Rechner produziert. Doch obwohl die Software mit einem üppigen Funktionsumfang wucherte, konnte sie mit den Platzhirschen wie Cubase, Logic und Live nicht mithalten – zumal sie nur unter Windows läuft und macOS nicht unterstützt. 2012 wurde die gleichnamige Firma an Gibson verkauft, die wiederum Anfang des Jahres Cakewalk an Bandlab veräußerste.

Bandlab ist ein Startup aus Singapur, das Musiker in einem sozialen Online-Netzwerk miteinander verknüpft. Im Unterschied zum Konkurrenten Soundcloud bietet Bandlab eine eigene Musik-Software an, mit der man einfache Stücke im Chrome-Browser oder der App für iOS und Android aufnehmen und editieren kann. Weil die Bandlab-Software jedoch sehr simpel aufgebaut ist, findet man in dem Musik-Netzwerk hauptsächlich Einsteiger und Amateure.

Das könnte sich bald ändern, denn Bandlab hat Cakewalk in der vergangenen Woche zum kostenlosen Download bereitgestellt. Sämtliche Funktionen des Hauptprogramms sind enthalten. Was fehlt sind lediglich einige Module mit Software-Lizenzen und Inhalten von Drittherstellern.

Zum Download muss man sich lediglich kostenlos bei Bandlab anmelden. Ein aufpoppender Installer lädt und installiert Cakewalk automatisch. Voraussetzung ist Windows 7. Ein Audio-Interface ist zwar nicht notwendig, aber empfehlenswert. Zumindest sollte man den ASIO4All-Treiber ergänzen, der Latenzen bei der Aufnahme und Wiedergabe reduziert.

Cakewalk ist eine voll ausgestattete DAW, die weder bei der Spuranzahl für Audio und MIDI noch bei den Effekten reduziert wurde. Die wichtigsten Plug-ins wie EQ, Compressor, Hall, Delay usw. werden bereits mitgeliefert. Dank Unterstützung für VST 2 und 3 lassen sich beliebiger weitere Instrumente und Effekte ergänzen. Im Vergleich zu anderen kostenlosen DAWs wie etwa Tracktion T6 ist Cakewalk die mit Abstand umfangreichste und ausgereifteste.

Cakewalk läuft unabhängig von Bandcamp auch offline und kann Musikstücke in Wav und verschiedenen Kompressionsformaten herausrendern.

Größte Einschränkung ist bislang, dass das Online-Handbuch noch nicht fertig ist. Lediglich ein kurzer Quickstart-Guide steht für Einsteiger auf Englisch bereit. Den Versions-Informationen zufolge läuft die aktuelle Fassung 24.04.0 nur bis zum 10.10.2018. Laut Bandlab soll Cakewalk aber auch darüber hinaus kostenlos bleiben.

Unklar ist derweil, wie Bandlab mit der kostenlosen Weitergabe von Cakewalk Geld verdienen und die weitere Entwicklung finanzieren will. Bislang setzt Bandlab voll auf Wachstum des Musiker-Netzwerkes, um eventuell später Geld mit Werbung oder dem Vertrieb von Musik zu verdienen. Passend dazu hat Bandlab 2016 bereits 49 Prozent Anteile am US-Musikmagazin Rolling Stone erworben.

Der 30-jährige CEO Kuok Men Ru ist Sohn eines eines Milliardärs, der mit dem Verkauf von Palmöl reich geworden ist. Daher hat der passionierte Musiker genügend Reserven und kann Bandlab bis auf weiteres als Liebhaberei betreiben. (hag)

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