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Bank-Startup N26 expandiert und kämpft noch mit Umstellung der Konten

Die Zeichen beim Bank-Startup N26 stehen auf Expansion: Neun neue Märkte in Europa will man sich erschließen. Aktuell hakt es aber noch beim Umstieg der Konten von Wirecard zur eigenen Bank.

Number 26

(Bild: dpa, Number26/Handout)

Die Berliner Online-Bank N26 beschleunigt die Expansion im europäischen Ausland. Mit dem Start in neun neuen Ländern würden nun insgesamt 17 Märkte bedient, teilte das Start-up am gestrigen Dienstag auf der Internet-Konferenz "TechCrunch Disrupt" in London mit. Außerdem habe N26 den zwischenzeitlich gestoppten Betrieb in mehreren Länder wie Spanien und Italien wiederaufgenommen.

N26 (früher Number26) hatte im Sommer eine Banklizenz erhalten und will seine Banking-Dienste in den kommenden Jahren in ganz Europa verfügbar machen. Mitgründer und Chef Valentin Stalf sagte im Sommer, er gehe davon aus, dass die Firma in den nächsten Jahren auf eine Million bis zwei Millionen Kunden kommen könne. N26 will traditionelle Banken herausfordern und setzt allein auf seine Smartphone-App statt auf Filialen.

Aktuell kämpft das junge Unternehmen aber noch damit, die Konten der eigenen Angaben nach 200.000 Kunden zu migrieren. Der Weg vom früheren Partner Wirecard Bank hin zur eigenen Bankplattform scheint ein überaus steiniger zu sein: Leser von heise online beklagten verwirrende Ansagen bezüglich des Umstiegs, schwer erreichbaren Kundensupport, scheiternde Überweisungen und Verzögerungen bei der Zusendung von Bankkarten.

"Obwohl wir viel Vorbereitung in den Migrationsprozess gesteckt haben, sind wir vom Fragevolumen unserer Kunden überwältigt", erklärte eine N26-Sprecherin dazu. Das Unternehmen entschuldige sich bei allen Kunden für die Engpässe. N26 habe versucht, etwa durch eine FAQ-Seite mit allen wichtigen Informationen und einer Hilfs-Software zur Umstellung von Daueraufträgen und Lastschriftenmandaten den Umstieg kundenfreundlich zu gestalten. Für das große Informationsbedürfnis genügte das offenbar doch nicht ganz.

Das Problem mit Überweisungen führte N26 auf die relativ frische IBAN zurück. Die sei zwar seit zwei Monaten bei der Bankenaufsicht BaFin sowie der Bundesbank hinterlegt, viele Unternehmen griffen zur Prüfung aber noch auf veraltete Datenquellen zurück. Schwierigkeiten habe es unter anderem bei Telekom- und Stromanbietern gegeben, insgesamt dürfe das aber recht bald der Vergangenheit angehören.

"Teilweise" habe auch der Versand der neuen Karten "einige Tage länger gedauert". Ein Nachteil sei Kunden daraus aber nicht entstanden, da die alte Mastercard bis zur Aktivierung der neuen funktioniere. Nach Eintreffen der neuen Karte müsse diese zum 20. Dezember über die App aktiviert werden, um den Konten-Umzug auf die N26-Bank anzustoßen. Wer diese Frist nicht schafft, verbleibt damit bei der Wirecard-Bank, die das Konto zum Januar auflöst. Inzwischen sei aber schon ein Großteil der Kunden erfolgreich migriert, hieß es. Im Januar soll der Prozess dann komplett abgeschlossen sein. (mit Material der dpa) / (axk)

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