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Barrierefreies Internet für Behinderte

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Deutliche Farbkontraste, große Schriften und Links sind nach Ansicht von Experten nötig, damit sich Behinderte im Internet besser zurechtfinden. Seit am 1. Mai das Bundesgleichstellungsgesetz für Behinderte in Kraft getreten ist, sei dies noch wichtiger geworden, sagte der Leiter des Projekts Web for all, Stefan Berninger, am Montag in Heidelberg. "Alle öffentlichen Ämter müssen nun ihre Seiten behindertengerecht umgestalten."

Über Barrierefreiheit im Internet werden Web-Designer, Politiker und Behinderte am 14. Mai in Heidelberg erstmals gemeinsam debattieren. Denn ebenso, wie in der "realen" Welt Barrieren gehandicapten Menschen den Weg versperren, gibt es auch im virtuellen Raum Hindernisse: So berichtete die blinde Anna Courtpozanis über eine spezielle Software -- einen Screen-Reader -- der für sie alle Seiten in die Blindenschrift Braille und in eine Sprachausgabe übersetzt. "Vor allem bei Grafiken oder Bildern vergessen die Web-Designer jedoch oft, Text zu hinterlegen -- dann kann der Screen-Reader mir auch nicht vorlesen, was sich auf einem Bild befindet", klagt Courtpozanis.

Auf dem Heidelberger Treffen sollen nicht nur blinde, sondern auch ältere oder mobilitätsbehinderte Menschen ins Blickfeld gerückt werden, sagte Stefan Berninger. Web for all, ein Projekt des Vereins zu beruflichen Integration, bietet auch Unterstützung für Ämter oder Ministerien, die ihre Seiten umstellen. Erstmals sei dies beim Sozialministerium Rheinland-Pfalz geschehen, auch eine Anfrage aus Stuttgart liege schon vor, sagte Ralf Baumgarth, Bezirksgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Er hofft, dass im Laufe der Zeit auch private Träger erkennen, dass Behinderte auch Kunden seien: "Acht Prozent der Bevölkerung haben eine Behinderung, das ist keine Randgruppe." (dpa) / (dpa) / (anw)

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