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Bastler will aus selbstgebauter Rakete die "flache Erde" fotografieren

Ein 61-jähriger Bastler aus den USA will erneut in einer selbstgebauten Rakete mehrere Hunderte Meter durch die Luft rasen. Ein Ziel dieser lebensgefährlichen Versuche ist es, irgendwann ein Foto der angeblich nicht runden, sondern flachen Erde zu machen.

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Bastler will aus selbstgebauter Rakete die "flache Erde" fotografieren

Die Rakete für Samstag

(Bild: MadMikeHughes.com)

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Zumindest nicht in der verschrobenen Welt der Verschwörungstheorien und Aberglauben. Und daher gibt es auch tatsächlich Leute, die heute noch fest daran glauben, dass die Erde flach ist (manche halten sogar die Theorie von der Flat Earth mit der von der Hohlerde für vereinbar). Die Flat Earthler scheinen dabei zahlreicher zu sein, als der normale Verstand anzunehmen wagt. Und zu vielen Risiken bereit, um ihre Theorie zu beweisen.

So will ein Bastler in den USA irgendwann mit einer selbstgebauten Rakete starten und eigenhändig Fotos machen, um zu zeigen, dass die Erde flach ist. Soweit ist es noch nicht, aber am kommenden Samstag will sich Mike Hughes in Kalifornien nun zum zweiten Mal in eine Rakete setzen, die ihn eine Meile (rund 1600 Meter) weit fliegen und dabei 550 Meter hoch aufsteigen soll. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, hat er die Rakete in den vergangenen Jahren aus zusammengesammelten Teilen selbst gebaut und dafür insgesamt rund 20.000 US-Dollar ausgegeben. Hughes ist Chauffeur von Beruf und wird nach eigenen Angaben von "Research Flat Earth" gesponsert, die sich dem Weltbild einer flachen Erde verschrieben hat.

Hughes ist überzeugt, dass die Erde eine Scheibe ist und sagte AP: "Ich glaube nicht an Wissenschaft." Er wisse zwar um Aerodynamik, Fluiddynamik und mehr, aber das sei ja auch keine Wissenschaft, sondern "nur eine Formel". "Es gibt keinen Unterschied zwischen Wissenschaft und Science Fiction."

Der 61-Jährige ist demnach bereits Anfang 2014 in einer eigenen Rakete gestartet und mehr als 400 Meter weit geflogen. Wegen der immensen Kräfte, die dabei auf ihn eingewirkt haben, sei er danach zusammengebrochen und brauchte drei Tage, um sich zu erholen. Von seinem Plan für weitere Raketenstarts hat ihn das nicht abgebracht, auch wenn er zugibt, dass er sich vor dem Vorhaben fürchtet: "Wenn du keine Todesangst verspürst, bist du ein Idiot."

Aufnahme des ersten Raketenstarts von Mike Hughes mit einem nicht sehr vertrauenserweckenden Fallschirm

Am Samstag nun soll es im kalifornischen Amboy so weit sein. Die Geisterstadt liegt in der Mojave-Wüste an der Route 66 und ist vor allem für das ikonische Schild von "Roy´s Cafe und Motel" bekannt. Hughes habe eine Genehmigung des Besitzers der Stadt zur Durchführung seines lebensgefährlichen Vorhabens. Vor Ort dürfe sich das aus Sicherheitsgründen niemand angucken, aber es soll einen kostenpflichtigen Livestream geben. Sollte alles klappen, wolle Hughes danach seine Kandidatur für den Gouverneursposten in Kalifornien bekanntgeben. Und dann bleibt ja auch noch der Plan, die angeblich flache Erde aus einer selbstgebauten Rakete heraus zu fotografieren. (mho)

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