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Technology Review

Batterie läuft mit Wasser

Das Startup H2OnlyBattery hat eine Batterie geschaffen, die Strom liefert, wenn man sie nass macht. Die Entwickler wollen damit unter anderem mobile Energieversorgung in afrikanischen Ländern ermöglichen.

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Die griechischen Erfinder Chris Papadakis und George Vilanakis haben eine Batterie entwickelt, die Strom liefert, wenn sie nass ist. Trocknet die Batterie wieder, endet der Stromfluss. Technology Review hat die H2OnlyBattery erfolgreich getestet und berichtet in seiner aktuellen Ausgabe im Rahmen der Titelgeschichte "Zehn rettende Ideen" darüber (das Heft können Sie am Kiosk erwerben oder online bestellen, auch als App erhältlich).

„Sie hält bei täglicher Nutzung so lange wie 200 normale AA-Batterien“, sagt Mitgründer Chris Papadakis. „Und bei gelegentlicher Nutzung Jahrzehnte.“ Die Batterie könnte ein großes Problem lösen: In Afrika gibt es Millionen Handys, aber viel zu wenige Steckdosen. Die H2OnlyBattery ist kein Akku und muss daher nie aufgeladen werden. Sie verliert auch keine Energie durch lange Lagerung. Ihr großer Vorteil, so Papadakis: Sie enthält keine toxischen Stoffe und ist recyclebar.

Das Wirkprinzip der reaktivierbaren offenen Batterie, so Papadakis, sei eine kontrollierte Metallerosion zwischen der Metalllegierung der Anode und der Kupfer-Kathode. Die Energie stammt aus dem Potenzialgefälle zwischen Metallen. Wie bei einer normalen Batterie fließt Strom, wenn das unedlere Metall der Anode Elektronen abgibt, die zur Kathode fließen und dort abgegeben werden. Aber sie enthält keine giftige Elektrolytlösung. Wasser (oder eine beliebige andere Flüssigkeit) dient als Leiter und startet die Reaktion. Ein Schwämmchen im Inneren der Batterie hält das Wasser und somit die Reaktion so lange am Laufen, wie er feucht bleibt. Aus welchen Materialien die Kathode besteht, möchte Papadakis nicht verraten. Nur so viel: Es ist eine Legierung aus acht unterschiedlichen Metallen. Nichts Exotisches, „man würde sie alle in einem normalen Kühlschrank finden“.

Als Anwendung haben Vilanakis und Papadakis für die Batterie einen Taschenlampen-Aufsatz mit mehreren LED-Leuchten konstruiert. Aber sie planen, die Batterie zum mobilen Energielieferanten auszubauen. Form, Größe und Kapazität seien beliebig skalierbar, sagt Papadakis. Derzeit testen die beiden Erfinder verschiedene Aufsätze: ein Kabel mit Schalter und einer E27-Glühbirnenfassung, ein Radio und einen USB-Aufsatz, an den Smartphones und Tablets gestöpselt werden können. Für den europäischen Markt sehen die beiden Erfinder für ihre Batterie vor allem im Outdoor und Sportbereich Bedarf. Eine entsprechende Sportlampe soll schon im Oktober zu kaufen sein – für 20 Euro.

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