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Batterieforschungsfabrik kommt nach Münster

Die "Forschungsfertigung Batteriezelle" soll an der Universität Münster aufgebaut werden. Zunächst war Ulm für das Milliardenprojekt favorisiert worden.

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(Bild: batterien.fraunhofer.de)

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Innovative Techniken für Stromspeicher sollen künftig in Deutschland vom Bund vor allem in Westfalen vorangetrieben werden. Eine mit 500 Millionen Euro staatlich geförderte Batterieforschungsfabrik werde am Zentrum für "Electrochemical Energy Technology" der Universität Münster (MEET) errichtet, hat die Fraunhofer-Gesellschaft als Trägerin der künftigen Einrichtung am Freitag bekanntgegeben. Das Bundesforschungsministerium habe den Forschungsverbund damit beauftragt, das Bewerbungsverfahren für den künftigen Standort zu begleiten und eine Gründungskommission einzusetzen.

Noch am Donnerstag war die Region Ulm als aussichtsreichster Anwärter für die offiziell als "Forschungsfertigung Batteriezelle" (FFB) bezeichnete Institution gehandelt worden. Dort stockt der Hersteller Varta gerade seine Produktion am Standort auf, auf dessen Fabrikgelände noch Platz gewesen wären. Auch Niedersachsen ging mit dem Plan, die Forschungsstätte in einem Industriegebiet in Salzgitter anzusiedeln, mit leeren Händen aus dem Wettbewerb des Ministeriums hervor. Insgesamt gab es sechs Bewerbungen.

"Ein strategisch bedeutendes Großprojekt wie die FFB kann nur in einer Region erfolgreich sein, die etablierte Batteriekompetenzen auf allen Qualifikationsebenen von der Fachkraft bis zur wissenschaftlichen Spitzenkraft aufweist", erklärte Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer. "Die Zeit in Sachen Energiespeichertechnik drängt, andere Spieler im globalen Markt warten nicht." Die Expertise des MEET bei der Material- und Zellentwicklung für Batterien und der nahen RWTH Aachen bei der Zell- und Batteriefertigung ergänzten sich bestens mit Fraunhofer-Kompetenzen in der Produktionstechnik und im Transfer in die Wirtschaft. Ziel ist es laut Neugebauer nun, ein Produktionsforschungszentrum zu errichten, das den Innovationsprozess zur Fertigung neuer Batteriezellkonzepte sowie deren Großserienherstellung beschleunigt.

Energiespeicher gelten als Rückgrat künftiger Entwicklungen in bedeutenden Wirtschaftszweigen wie der Energie- und der Automobilindustrie. E-Autos etwa benötigen leistungsfähige Batterien für größere Reichweiten, auch Strom aus erneuerbaren Energien ist auf stationäre Energiespeicher und große Akkus angewiesen. Die FFB soll den Wirtschaftsstandort Deutschland in diesem Sektor "nachhaltig auf Erfolgskurs" führen. Die Bundesregierung kündigte Ende 2018 generell einen milliardenschweren Anschub für die Produktion von Batterien sowie eine verstärkte Kooperation mit Frankreich auf dem Feld an. (anw)