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Baumarktkette streitet mit SAP um angebliche Projektmängel

Die Baumarktkette Hornbach und der Softwareanbieter SAP streiten um Forderungen in Höhe von 708.000 Euro, die der Walldorfer Softwarekonzern im Zusammenhang mit einem offenbar abgebrochenen Großprojekt in den Heimwerkermärkten erhoben hat. Hornbach will die geforderte Summe offenbar nicht zahlen und verweist auf Mängel bei der Neueinführung einer Warenwirtschaftslösung für die Firmenzentrale und insgesamt 120 Baumärkte.

Ein Sprecher des Landgerichts Düsseldorf bestätigte eine entsprechende negative Feststellungsklage der Hornbach Baumarkt AG gegen SAP. Mit der Klage wolle Hornbach feststellen lassen, dass SAP die Ansprüche zu Unrecht erhebe. Der Streit schwelt nach Gerichtsangaben schon etwas länger. Die Klage ist demnach bereits Ende April 2007 eingegangen, nachdem zuvor schon ein Beweissicherungsverfahren in diesem Zusammenhang angestrebt worden sei. Ein zunächst für September 2007 anberaumter Termin sei abgesagt worden. Das Verfahren ruhe derzeit, weil sich die Kontrahenten weiter um eine einvernehmliche Lösung bemühen wollten.

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"Wir sind mit Hornbach im Gespräch", erklärte dazu ein SAP-Sprecher. Das Unternehmen bestätigte die Hornbach-Klage, bestreitet aber die vom Baumarktriesen geltend gemachten Mängel. Bei dem Softwarekonzern will man das Thema allerdings nicht zu hoch hängen und hofft auf eine Lösung auf Gesprächsebene. Eine Sprecherin der Baumarktgruppe bestätigte eine "Auseinandersetzung" mit SAP und ein anhängiges Gerichtsverfahren. Weitere Auskünfte will das Unternehmen bisher nicht geben und verweist auf laufende Gespräche über eine gütliche Einigung. "Hornbach und SAP haben sich zum Ziel gesetzt, einen wesentlichen Fortschritt bis Mitte Februar zu erzielen", heißt es in einer Stellungnahme der Baumarktkette. Dann würden weitere Details bekanntgegeben.

Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) von "zahlreichen Mängeln" bei der Umstellung auf die SAP-Software berichtet. Hornbach mache diese Mängel unter anderem für seinen Umsatzrückgang verantwortlich. Deshalb sei die Einrichtung der Software abgebrochen worden. Nach SAP-Angaben hatte sich Hornbach 2002 für die Einführung der Software für die damals 120 Baumärkte entschieden. Das Projekt sei wenige Monate nach der im Frühjahr 2005 begonnenen Installation gestoppt worden. Inzwischen hat Hornbach 125 Filialen in neun Ländern. (vbr)

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