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Bayerische Polizei sprengt Darknet-Drogenring

Beamte des Rauschgiftdezernats im Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) haben einen internationalen Drogenring ausgehoben, der über ein verschlüsseltes Darknet operierte. Insgesamt wurden drei Männer und eine Frau zwischen 24 und 28 Jahren im bayerischen Deggendorf, in Berlin sowie Brandenburg an der Havel als tatverdächtig festgenommen. Bei ihren Durchsuchungen haben die Fahnder mehr als 17 Kilo Amphetamine beschlagnahmt, ferner rund 700.000 Euro Bargeld sowie mehrere Fahrzeuge, Konten und Immobilien gesichert.

Unter anderem wurden 17 Kilo Amphetamine beschlagnahmt.

(Bild: BLKA)

Ein 51-jähriger Niederländer wurde als mutmaßlicher Geldkurier ebenfalls verhaftet, nach der Vernehmung jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Plattform des Drogenhandels war laut Polizei-Mitteilung ein anonymisiertes und verschlüsseltes privates Netzwerk, in dem sich die Nutzer wie bei einem legalen Portal mit einem Account anmelden konnten. Darüber war es möglich, die Drogen zu bestellen und die Verkäufer zu bewerten. Die heiße Ware wurde dann per Post zugestellt. Zahlungen wurden über die virtuelle Währung Bitcoin abgewickelt, die ihren Nutzern per se zumindest Pseudonymität bei allen Transaktionen erlaubt.

Die Fahnder waren dem Ring seit Anfang des Jahres auf der Spur. Auf welche Weise es den Ermittlern gelang, sich Zugang zum Darknet zu verschaffen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Gruppe arbeitete offenbar hochprofessionell. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte einer der Ermittler: "Das sind intelligente Computerfreaks, technisch versiert. Solche Leute machen keine Fehler."

Erst vor kurzem wurde in den USA die möglicherweise erste Beschlagnahmung von Bitcoins überhaupt gemeldet. Die Fahnder der Drug Enforcement Agency sicherten laut Berichten insgesamt 11.02 Bitcoin (derzeit rund 643 Euro) aus dem Besitz eines 31-jährigen US-Amerikaners aus South Carolina. Dieser wollte offenbar illegale Substanzen im Internet-Schwarzmarkt Silk Road kaufen. Der Zugriff soll laut Mitteilung der Behörde im April dieses Jahres stattgefunden haben. Auf welche Weise die Beschlagnahmung der Bitcoins erfolgte, sorgte für breite Spekulationen. (axk)

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