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Bayerische Virtuelle Hochschule bleibt

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Die wegen CSU-internen Streits in die Schlagzeilen geratene Virtuelle Hochschule bleibt erhalten und wird von der Staatsregierung weiter mit Millionensummen gefördert. Das Kabinett beschloss am Dienstag, die Internet-Studienangebote bis 2006 mit 6,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Hightech-Offensive zu finanzieren. Die Virtuelle Hochschule sei ein "außerordentlich wichtiges Zukunftsprojekt", sagte Staatskanzleichef Erwin Huber.

Auch Finanzminister Kurt Faltlhauser habe die Entscheidung ausdrücklich mitgetragen, betonte Innenminister Günther Beckstein. Faltlhauser wollte der Virtuellen Hochschule eigentlich den Geldhahn zudrehen und war darüber mit Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) in Streit geraten. Faltlhauser berief sich dabei auf Haushaltsabsprachen mit Goppels Haus, was dieser aber dementiert hatte. Daraufhin hatte Ministerpräsident Edmund Stoiber das Thema auf die Tagesordnung des Kabinetts gehoben. "Es hat natürlich gewisse Hinweise des Finanzministers auf die schwierige finanzielle Lage gegeben", sagte Beckstein zur Diskussion im Kabinett.

Die Virtuelle Hochschule wird nicht nur weiterbestehen, sondern ihr Lehrangebot ausbauen. In diesem Sommersemester werden nach Angaben der Staatskanzlei knapp 90 Kurse angeboten, für die Zukunft sind weitere 60 geplant. "Ich erwarte mir für die Virtuelle Hochschule eine sehr gute Zukunft", sagte Huber, einer der geistigen Väter des 2000 gestarteten Projekts. Die Sicht des Finanzministers sei eine Sicht der Dinge. "Das Leben ist sehr viel breiter." Meinungsverschiedenheiten seien in der Staatsregierung aber die absolute Ausnahme, betonte Huber. "Wir sind eine Mannschaft und ziehen an einem Strang in eine Richtung. Der Blick geht nach vorn." Faltlhauser trat nach der Kabinettssitzung nicht vor die Presse.

Die Virtuelle Hochschule bietet Internet-Seminare und Fortbildung an. Derzeit nehmen etwa 10.000 Menschen das Angebot wahr. Das Kabinett sprach sich dafür aus, die Arbeit der Hochschule von unabhängigen Fachleuten unter die Lupe nehmen zu lassen. (dpa) / (jk)