Menü

Bayerischer Ärztetag gegen Gesundheits-Apps

Beim Bayerischen Landesärztetag sprachen sich die Delegierten gegen Gesundheits-Apps und die Pläne von Jens Spahn aus.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 52 Beiträge

(Bild: Shutterstock/BlurryMe)

Von

Die Bayerische Landesärztekammer will verhindern, dass Krankenkassen und Privatversicherer Gesundheits-Apps für Smartphones und PC verordnen können. Beim Landesärztetag am Wochenende in München forderten die Delegierten den Gesetzgeber auf, entsprechende Pläne zu stoppen. Neue Entwicklungen in diesem Bereich dürften "nicht ohne Einbeziehung ärztlichen Sachverstands eingesetzt werden", heißt es in einem Beschluss des Bayerischen Ärztetags.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass Kassen künftig die Kosten für Apps erstatten sollen, die Patienten beispielsweise dabei unterstützen, ihre Blutzuckerwerte zu überwachen oder Medikamente regelmäßig einzunehmen. Das kann nach Ansicht der Ärztetags-Delegierten allerdings dazu führen, dass die Verantwortung für solche Entwicklungen "einzig und allein den Kostenträgern übertragen werde". Das sei aber nicht im Interesse der Patientensicherheit, argumentierte die Ärztekammer.

Wie die c't kürzlich aufdeckte, gab es bei Gesundheits-Apps auch massive Probleme mit dem Datenschutz. Die App Ada nutzte etwa Tracking- und Analyse-Dienstleister wie Amplitude, Adjust und Facebook – und versendete Daten bereits, bevor Nutzer die AGB und Datenschutzerklärung sehen.

Bei der Zahl der Medizin-Studienplätze gibt es nach Ansicht der Ärztetags-Delegierten weiter großen Nachholbedarf. Eigentlich seien bundesweit 17.000 Studienplätze notwendig, um einen Ärztemangel zu verhindern, tatsächlich habe die Zahl zuletzt aber nur bei 10.625 gelegen. Das seien rund 6000 Studienplätze weniger, als sie in Westdeutschland und der DDR zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung angeboten wurden. Die Kammer begrüßte gleichzeitig "die Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung, zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin zu schaffen".

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte am Freitag vor den Delegierten des Ärztetags angekündigt, dass durch die neue Medizin-Fakultät in Augsburg jährlich 252 zusätzliche Studienplätze geschaffen würden. Durch den Medizincampus Oberfranken seien weitere 100 neue Studienplätze entstanden. Huml räumte gleichzeitig ein, es gebe insgesamt bei den Studienplätzen "nach wie vor eine Lücke". (emw)