BeOS-Nachfolger Zeta geht in Produktion

Insgesamt 2300 Änderungen seien seit der Demonstration des Betriebssystems auf der CeBIT noch hinzugekommen, erklärte Zeta-Hersteller Yellowtab.

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Von
  • Jürgen Kuri

Zeta schien ganz darauf erpicht zu sein, auf den vom GNU-System Hurd ausgetretenen Pfaden zu wandeln: Ganz sicher erscheine es ... nächsten Monat? Nächstes Jahr? Nun aber will Yellowtab, die Softwarefirma, die den BeOS-Nachfolger entwickelt, der Warterei ein Ende zu bereiten: Zeta 1.0 gehe in Produktion, erklärte man stolz in einer Mitteilung.

Yellowtab hatte sich schon um die Vermarktung von BeOS gekümmert, bevor BeOS-Erfinders Jean-Louis Gassee das Handtuch warf. Nachdem Palm die Reste von Be aufgekauft hatte, erhofften sich viele zuerst eine Wiederbelebung des Systems, das sich trotz unbestreitbarer Meriten als Multimedia-System gegen Windows, Linux und Mac OS nie so recht durchsetzen konnte. Palm zeigte aber wenig Interesse an BeOS; Yellotab kaufte schließlich von Palm eine Lizenz am BeOS-Quelltext sowie das Recht zur Weiterentwicklung.

Seit März 2003 ließ sich bereits der Release Candidate 1 von Zeta beziehen, 2004 legte Yellotab dann noch einmal weitere Release-Kandidaten nach und veröffentlichte im Oktober "Zeta Neo", um den Interessierten die bis dahin in die Vorabversion eingebauten Änderungen zugänglich zu machen. Während die ehemalige BeOS-Gemeinde nun eine schnelle Veröffentlichung des System erwartete, verzögerte sich die Freigabe immer wieder -- zuletzt wurde der Mai 2005 angepeilt. Diesen Termin konnte man nicht mehr ganz halten: "signifikante Änderungen und Verbesserungen" hätten noch vorgenommen werden müssen, erklärte Yellowtab nun.

Mehr als 2300 Änderungen habe es nach der Demonstration des Systems auf der CeBIT noch gegeben, darunter Fehlerbeseitigungen im Kernel für SiS-Chipsätze und WLAN-Unterstützung. Eine Liste der unterstützten Hardware und der Systeme, auf denen Zeta laufen soll, bietet Yellowtab auf seinen Webseiten. Auch sei das Drucksystem komplett überarbeitet worden, um aktuelle Treiber für Drucker einsetzen zu können. Insgesamt sei das System "schneller und runder" geworden; die Übersetzung in diverse Landessprachen sei ebenfalls vorangeschritten.

Yellowtab versicherte nun, dass die "Golden-Master"-Disc ins Produktionswerk gegangen sei. Händler sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen beliefert werden -- sie sollten laut Yellowtab aber schon Bestellungen annehmen, damit die Kunden direkt beliefert werden könnten. Zeta gibt es bei Yellowtab aber auch online zu kaufen, dort wird momentan allerdings noch die Neo-Edition für 95 Euro angepriesen. (jk)