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Beatles bald im iTunes-Store?

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In Apples iTunes-Store gibt es den neuen Kuschelrock von Take That und Christina Stürmer, Liebhaber älteren Liedguts suchen dagegen oft noch vergeblich nach der Digitalversion ihrer alten Vinyl-Schätze. Eine besonders große Lücke in der digitalen Musikwelt riss bisher die vielleicht größte Poptruppe aller Zeiten. Von den Beatles bekommt man online außer unterschiedlich aufregenden Cover-Versionen keinen Ton zu hören – zumindest nicht legal. Dies könnte sich bald ändern: Wie das US-Wirtschaftsmagazin Fortune berichtet, steht Apple vor einer Einigung mit den Rechteinhabern des Fab-Four-Katalogs. Schon bald soll es die Beatles exklusiv bei iTunes geben.

Das ist insofern bemerkenswert, als sich Apple derzeit mit der Gesellschaft, die über die Lizenzen des Beatles-Gesamtopus wacht, einen heftigen Streit um Namensrechte liefert. Denn Apple vertreibt seine Produkte mit dem Apfel-Logo dank einer Abmachung mit der britischen Apple Corp, die den Kaliforniern das Führen des Markennamens "Apple" für Computer und dergleichen erlaubt, ein Engagement in der Musikbranche aber ausschließt. Zwar konnte ein Gericht zuletzt nicht erkennen, dass der iTunes-Store diese Abmachung verletzt, räumte den Briten aber eine mögliche Berufung ein. Die Berufungsverhandlung soll im Februar stattfinden.

Aber das könnte sich nun erledigt haben, schreibt Fortune. Die beiden Apples stünden kurz vor einer Abmachung, die den Beatles-Katalog zunächst exklusiv bei iTunes zugänglich machen soll. An den Details werde noch gefeilt, unter anderem gehe es dabei um die Vorabzahlungen, die der Computerkonzern für die Rechte zahlen soll und die Dauer der Exklusivität. Darüber hinaus ist offenbar auch im Gespräch, einen Beatles-Song für einen iPod-Werbespot einzusetzen. Die Beatles verwehren sich gegen den Einsatz ihrer Werke zu Werbezwecken.

Offiziell wollte Apple Computer getreu seiner Firmenpolitik die "Gerüchte und Spekulationen" gegenüber Fortune nicht kommentieren. Nach Darstellung des Magazins hat der Chef von EMI Nordamerika, David Munns, auf einer Branchenkonferenz angekündigt, Beatles-Songs werde es "bald" online geben. Sowohl Apple-Boss Steve Jobs als auch der ehemalige Roadmanager und jetzt oberster Lizenzwächter der Fab Four, Neil Aspinall, sollen persönlich an den Gesprächen beteiligt sein – für Fortune kommt eine Einigung deshalb der Versöhnung der kalten Krieger Ronald Reagan und Leonid Breschnew gleich. Auch deshalb, so räumt das Magazin ein, könnte der Deal noch platzen. (vbr)