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Technology Review

PC-Spiele als Herausforderung und als Therapie für Menschen mit Behinderungen

Auch bei der Erforschung von Gaming-Gewohnheiten und -Präferenzen werden Menschen mit Einschränkungen vernachlässigt. Dabei sind sie eine wichtige Zielgruppe.

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Behinderte nutzen PC-Spiele zum Spaß, als Herausforderung und als Therapie

Geräte wie der Xbox Adaptive Controller können behinderten Menschen beim Zocken helfen.

(Bild: Microsoft)

Mit nach Schätzungen 2,6 Milliarden Nutzern weltweit ist der Markt für digitale Spiele riesig und gut erforscht. Relativ wenig allerdings ist über die Gewohnheiten von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen bekannt, die ebenfalls gern spielen. Eine Studie von Jen Beeston und Kollegen an der University of York in Großbritannien und der US-Behindertenorganisation AbleGamers Charity bringt jetzt etwas Licht in dieses Dunkel. Demnach nutzen viele Behinderte einfache Hilfstechnologien und mögen ansonsten die gleichen Spiele wie nichtbehinderte Spieler, berichtet Technology Review online in „Spielen mit Behinderung“.

Vielleicht am interessantesten sind die Gründe, aus denen behinderte Menschen spielen. Am häufigsten gaben sie Spaß und die Herausforderung an. Doch anders als Nichtbehinderte sind sie weniger stark vom Wettbewerbsaspekt von Spielen motiviert. Viele Teilnehmer gaben zudem an, auch aus gesundheitlichen Gründen zu spielen, etwa zum Stress-Abbau, gegen Depressionen oder als Physiotherapie für ihre Hände. Ein Drittel der Teilnehmer sagte außerdem, das Spielen helfe beim Umgang mit Schmerzen.

Die Studie ist eine gute Grundlage für zukünftige Forschungsarbeiten, die detaillierter zeigen könnten, welche Art von Hilfstechnologien am nützlichsten sind und wie sie sich noch verbessern lassen. Eindeutig aber werden noch mehr Informationen über das Thema benötigt, nicht zuletzt, weil die Befragung einige Schwächen aufweist. So handelte es sich bei den Teilnehmern um eine Gruppe aus der AbleGamers Charity, die sich freiwillig dafür meldeten – also tendenziell erfahrene Spieler, die sich mit Hilfstechnologien gut auskennen. Ebenfalls fehlt ein direkter Vergleich zwischen den Gewohnheiten von behinderten und nicht behinderten Spielern.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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