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Bei Telekom Austria fliegen die Fetzen

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Die Telekom Austria (A1TA) hat ihren ehemaligen Aufsichtsrat und damaligen Zentralbetriebsratsvorsitzenden Michael Kolek vom Dienst suspendiert. Er soll in den letzten Wochen ehemalige A1TA-Manager im strafrechtlichen Sinne begünstigt haben. Am selben Tag drohte der A1TA-Vorstand dem Lieferanten Huawei sowie " den Verantwortlichen" mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen.

Der chinesische Telecom-Ausrüster soll dem auch in A1TA-Diensten stehenden Lobbyisten und PR-Berater Dr. Peter Hochegger 10 Prozent Provision gezahlt haben, wenn die A1TA bei Huawei einkaufte. Der Vorstand der A1TA gibt an, davon erst aus der Zeitschrift Format erfahren zu haben. Noch nicht geklärt sei, was Hochegger mit den Millionen, die er angeblich von Huawei bekommen hat, gemacht und ob sowie gegebenenfalls mit wem er sie geteilt habe. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, will die A1TA gegen alle Verantwortlichen juristisch vorgehen. Außerdem müssen sich Lieferanten zukünftig einem neuen Verhaltenskodex unterwerfen. Bei Verfehlungen des Lieferanten sind darin finanzielle Konsequenzen vorgesehen.

Über die Ermittlungen gegen Kolek gab die Staatsanwaltschaft bekannt, er habe sich mit den ehemaligen A1TA-Managern Ing. Dr. Rudolf Fischer und Mag. Gernot Schieszler telefonisch in Verbindung gesetzt. Gegen diese beiden liefen bereits strafrechtliche Untersuchungen und ihre Telefone wurden abgehört. So hätten die Ermittler erfahren, dass Kolek den Verdächtigen Unterlagen aus der A1TA zuspielte. Dies könnte den Tatbestand der strafrechtlichen Begünstigung erfüllen, worauf bis zu zwei Jahre Haft stehen. Kolek droht nun selbst ein Strafverfahren. Außerdem steht ihm aufgrund seines Beamtenstatus ein dienstrechtliches Prozedere ins Haus. Die A1TA hat am Donnerstag mitgeteilt, Kolek, für den wie für alle anderen Betroffenen natürlich bis zu einer eventuellen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, trotzdem vorläufig vom Dienst suspendiert und bereits am vergangenen Freitag der Staatsanwaltschaft nicht näher spezifizierte Daten offengelegt zu haben. (jk)