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Bell Labs schaffen 10 Gigabit/s über Telefonkabel

Die Bell Labs legen mit XG-Fast eine neue Übertragungstechnik vor, um schnelles Internet vom Hausanschluss in die Wohnung zu bringen.

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Erst im Dezember 2013 hat die ITU den ersten Entwurf für bis zu 1 Gigabit/s schnelle Datenübertragung über die Kupferdoppeladern von Telefonkabeln abgesegnet: Mit G.fast soll das Gigabit-Internet vom Hausanschluss im Keller, wo vereinzelt schon die FTTB-Glasfaser ankommt, bis in die Wohnung weitergeleitet werden. Je nach Ausprägung soll G.fast bis zu 250 Meter überbrücken oder auf kurzen Strecken von maximal 100 Meter 1 GBit/s für Hin- und Rück-Richtung zusammen erreichen.

G.fast soll die Lücke zwischen VDSL2 und passiven optischen Netzwerken schließen. Die Erweiterung XG-Fast der Bell Labs geht noch darüber hinaus und soll im Endausbau bis zu 5 GBit/s pro Richtung transportieren.

Die Bell Labs, der Forschungszweig des Provider-Ausrüsters Alcatel Lucent, denken bereits eine Generation weiter: Wenn die Provider irgendwann die nächste Geschwindigkeitsstufe zünden, braucht man wieder mehr Dampf für die letzten Meter. Den soll XG-Fast in der ersten Ausbaustufe mit einer Erweiterung des Übertragungsfrequenzbereichs bringen: Statt bis 212 MHz wie bei G.fast Phase 2 geht das XG-Fast-Signal bis 350 MHz hinauf, womit 1 GBit/s symmetrisch über 70 Meter möglich werden.

Im nächsten Schritt kommt ein zweites Aderpaar per Bonding hinzu und die Grenzfrequenz steigt auf 500 MHz. Damit haben die Bell Labs nun im Labor über 30 Meter herkömmliches Telefonkabel 10 GBit/s insgesamt erreicht, also 5 GBit/s pro Richtung. Bis XG-Fast in Geräten erscheint, wird noch einige Zeit verstreichen, denn erst 2015 sollen Produkte mit G.fast auf den Markt kommen. (ea)