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Bericht: Amazon stellt portablen E-Book-Reader vor

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Amazon.com, Urmutter aller Online-Buchhändler und mittlerweile größter Online-Einzelhändler, will angeblich bereits am kommenden Montag erstmals ein Mobilgerät zum Lesen digitaler Bücher vorstellen. Amazon-Chef Jeff Bezos persönlich werde den "Kindle" getaufte E-Book-Reader auf einer Veranstaltung in New York präsentieren, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Informanten.

E-Books hatten Ende der 90er Jahre ihre erste Blütezeit, als immer mehr Literatur auch digital verfügbar gemacht wurde. Richtig durchsetzen konnten sie sich nicht – zum einen, da die portablen E-Book-Reader in Benutzerfreundlichkeit und bequemen "Bedieninterface" mit einem gedruckten Buch bei weitem nicht mithalten konnten, zum anderen, da die Verlage nach den Erfahrungen der Musikindustrie mit illegalen Kopien urheberrechtlich geschützter Werke den Markt nicht etwa offensiv angingen, sondern ähnlich wie die Musik-Labels sehr zurückhaltend und mit Hoffnung auf Digital Rights Management operierten. Derzeit gibt es in Europa gerade einmal zwei E-Book-Reader, den Iliad von iRex und den Cybook von Bookeen aus Frankreich. Beide Geräte haben zumindest mit einem Display aus elektronischem Papier eine vernünftige Darstellungsform für elektronische Bücher.

Rund drei Fünftel des Amazon-Umsatzes stammen aus dem Verkauf von Büchern, Musik und Filmen; dabei versucht der Online-Einzelhändler, dieses Geschäft auch zunehmend auf den digitalen Vertrieb auszudehnen. So erscheint es nur logisch, dass nach dem Start eines Filmvertriebs und eines Online-Musikshops mit DRM-freien Songs im MP3-Format auch der digitale Vertrieb von Büchern auf Amazons Erweiterungsliste steht.

Amazons E-Book-Reader "Kindle" soll nach Angaben des Branchendiensts CNet 399 US-Dollar kosten und über einen WLAN-Zugang auf Amazons Online-Shop zugreifen können. Auch Audiobücher sollen sich über das Gerät abspielen lassen. Eine ganze Reihe von Tageszeitungen, darunter die New York Times und das Wall Street Journal, würden für das Gerät in den USA elektronisch verfügbar sein, hieß es. Ob und wann der E-Book-Reader und der zugehörige Shop für elektronische Bücher und Zeitungen auch nach Deutschland kommt, ist bislang unbekannt – bisher hat Amazon auch beispielsweise seinen MP3-Shop nicht in Deutschland gestartet. Ob entsprechende US-Dienste auch hierzulande eingeführt werden, sei "eine Frage des Wann und nicht des Ob", betonte Amazon.de-Chef Ralf Kleber allerdings Ende Oktober. (jk)

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