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Bericht: Apple plant Investition bei Toshiba

Die Halbleitersparte des japanischen Technologiekonzerns Toshiba könnte durch eine Finanzspritze des kalifornischen Computerherstellers gerettet werden, berichten Brancheninsider.

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(Bild:  Toshiba)

Laut Medienberichten überdenkt Apple derzeit eine finanzielle Beteiligung an der Halbleitersparte des japanischen Konzerns Toshiba. Dieser befindet sich in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten – die allerdings aus einem ganz anderen Bereich stammen: dem Betrieb US-amerikanischer Atomkraftwerke.

Toshiba muss Geschäftssegmente veräußern, um die hohen Verluste auszugleichen, die aus einer Investition in den inzwischen insolventen Kernkraftwerkbetreiber Westinghouse resultieren. Seit Anfang des Jahres arbeitet der Konzern unter anderem daran, die Halbleitersparte zu verkaufen.

Für Toshibas Halbleitersparte, die vor allem dank einer großen Nachfrage nach SSD-Speicherbausteinen profitabel arbeitet, gibt es gleich mehrere Interessenten, darunter Hon Hai Precision Industry (Foxconn) aus Taiwan, die US-Unternehmen Western Digital und Broadcom sowie den südkoreanischen Konzern SK Hynix.

Kaufpreise von zwei bis drei Billionen Yen (umgerechnet 17 bis 26 Milliarden Euro) sind im Gespräch. Allerdings warnte Western Digital vergangene Woche davor, dass eine Übernahme möglicherweise bestehende Verträge verletzen könnte.

Welche Form Apples Investition in den Technologiekonzern annehmen könnte, sei aber noch nicht geklärt, schreibt das meist gut informierte Business-Portal Bloomberg. Der Computer- und Smartphone-Hersteller braucht große Mengen an schnellen Speicherchips mit hohen Kapazitäten und hat dementsprechend ein großes wirtschaftliches Interesse am Weiterbestehen des Halbleiter-Herstellers.

Der Börsenwert der Firma sank bereits um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nicht nur die hohen Kosten des Westinghouse-Fiaskos brachten Toshiba ins Straucheln, sondern auch geschönte Geschäftszahlen über einen Zeitraum von sechs Jahren. Im Juli 2015 traten deswegen mehrere hochrangige Toshiba-Manager zurück. Wegen dieses Skandals steht die Firma unter intensiver Beobachtung der Börsenaufsicht. (imj)