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Bericht: Aus für Roaming-Gebühren könnte sich verzögern

Während das EU-Parlament die Gebühren für Telefonate im Ausland bis Ende 2015 abschaffen will, ist das Datum aus einem aktuellen Entwurf des Brüsseler Telecom-Pakets verschwunden. An anderer Stelle will die EU die Regulierung lockern.

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Die geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren für Mobiltelefonate in der EU könnte sich einem Agenturbericht zufolge verzögern. In einem von der italienischen Ratspräsidentschaft vorgelegten aktuellen Entwurf des Telecom-Pakets fehle der vom EU-Parlament beschlossene Stichtag 15. Dezember 2015, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Mittelfristig soll Telefonieren im Ausland dasselbe kosten wie zu Hause.

(Bild: dpa)

Zwar könne es noch weitere Änderungen an dem Entwurf geben, doch sehe der aktuelle Stand nur noch eine graduelle Absenkung der Gebühren vor, heißt es weiter. Das genaue Datum müsse noch definiert werden und sei eine wichtige politische Frage, zitiert Reuters aus dem Entwurf. Das deutet darauf hin, dass innerhalb der EU noch keine abschließende Einigkeit über das Roaming-Aus herrscht und die Karten von der nächsten EU-Kommission neu gemischt werden.

Die Abschaffung der Roaminggebühren ist erklärtes Ziel der EU-Kommission, maßgeblich vorangetrieben von der scheidenden Kommissarin für Digitales, Neelie Kroes. Seit 2007 senkt die EU diese Gebühren, die Handybesitzer beim Telefonieren in einem ausländischen Netz zahlen müssen, schrittweise ab. Das EU-Parlament hatte das Vorhaben, das Teil des umfangreichen Telecom-Pakets zur Neuordnung des europäischen Telekommunikationsmarktes ist, im April abgesegnet.

An anderer Stelle will die Kommission regulatorische Vorgaben für Telefonnetzbetreiber lockern. Wie Reuters ebenfalls berichtet, empfiehlt Brüssel, die Preisvorgaben für den Netzzugang bei Telefondiensten aufzuheben. Damit wären die Preise, die Telefonnetzbetreiber den Anbietern von Mehrwertdiensten oder Call-by-Call-Anbietern für den Netzzugang berechnen, nicht mehr regulatorisch gedeckelt.

Das letzte Wort sollen dabei allerdings die nationalen Regulierungsbehörden haben. Die konnten die Entgeltregulierung bisher nur dann aufheben, wenn der fragliche Netzbetreiber keine dominante Marktposition mehr innehat. (vbr)