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Bericht: BND und CIA haben gemeinsam Provider in Deutschland angezapft

Außer mit der NSA hat der BND beim Abgreifen von Daten in Deutschland auch mit der CIA zusammengearbeitet, berichtet der Spiegel.

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Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat bei der Überwachung in Deutschland auch mit dem US-Geheimdienst CIA zusammengearbeitet, berichtet der Spiegel. Demnach hat der BND im Jahr 2005 das deutsche Tochterunternehmen eines US-Netzbetreibers aufgefordert, "Zugang zu Kommunikationsverbindungen des Unternehmens in Düsseldorf" zu gewähren. Das Unternehmen und der BND hätten sich dann auf eine Zusammenarbeit unter Einbindung der CIA geeinigt, und zwar unter dem Codenamen "Globe".

Anschließend habe der Netzbetreiber seine Daten in die BND-Außenstelle Rheinhausen geleitet. Den Quellen des Spiegel zufolge ging es dem BND dabei ausschließlich um das Abhören von Auslandstelefonaten, mit dem Zweck der Terrorismusabwehr. Den Namen des Netzbetreibers nennt das Magazin nicht. Der NSA-Untersuchungssausschuss wolle den Vorgang nun aufklären.

Im Oktober war bekannt geworden, dass der BND einen Knotenpunkt der Telekom angezapft und Daten deutscher Staatsbürger an die NSA übermittelt hatte ("Operation Eikonal"). Anfang Dezember erklärte ein BND-Mitarbeiter im Untersuchungsausschuss, dass es "noch einen zweiten Ansatz gab, in dem Meldungen an einen ausländischen Nachrichtendienst weitergeleitet worden sind" – möglicherweise meinte er damit das Projekt Globe und die CIA. (cwo)

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