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Bericht: Bertelsmann an Warner Music interessiert

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Es bleiben unruhige Zeiten für die Musikindustrie, die großen Labels sind im Umbruch. Universal Music muss sparen und streicht Arbeitsplätze. Bertelsmann bleibt nach dem Ausstieg aus dem Joint Venture mit Sony im Musikrechtegeschäft aktiv. EMI wurde von der Bank vor Schlimmerem bewahrt und steht zum Verkauf. Und Warner Music weiß nicht so recht, ob sie EMI kaufen oder sich selbst verkaufen sollen. Dafür gibt es nun offenbar einen Interessenten: Bertelsmann.

Der Gütersloher Medienkonzern, der sein Musikrechtegeschäft als BMG Rights Management gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR betreibt, wolle Warner Music übernehmen und werde in dieser Woche in die Verhandlungen einsteigen, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Verhandlungskreise. Zwischen 2,5 und 3 Milliarden US-Dollar soll BMG das angeschlagene US-Label wert sein. Dabei seien Bertelsmann und KKR ausschließlich an Warners Musikverlag interessiert. Sollte BMG zum Zuge kommen, wolle es den US-Musikkonzern zerlegen.

Das gleiche Schicksal könnte auch EMI drohen. Bertelsmann wird auch hier immer mal wieder als Interessent genannt. Der Medienriese war im Herbst 2008 endgültig aus dem Label-Geschäft ausgestiegen und hatte sich auf die Verwaltung von Musikrechten verlegt. Das Unternehmen will in diesem Bereich weiter wachsen und investiert: in den vergangenen Monaten hat Bertelsmann zahlreiche Musikverlage übernommen. Zuletzt hatte BMG die Übernahme des britischen Musikverlags Chrysalis eingeleitet.

"Der dynamische Aufstieg unseres Musikrechtegeschäfts BMG zeigt, wie Expansion gelingen kann, wenn Erfahrung, ein klares Konzept und ein attraktiver Markt zusammenkommen", hatte Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowksi zur Vorstellung der Jahresbilanz am Montag in Berlin erklärt. BMG ist nach eigenen Angaben auf den acht wichtigsten Musikmärkten der Welt präsent und verwaltet die Rechte an mehr als 300.000 Kompositionen und Aufnahmen. (vbr)