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Bericht: Briten schnüffeln Internet noch massiver aus als die USA

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Edward Snowden hat den britischen Geheimdienst massiv belastet. Dieser übertreffe mit seinem Spionageprogramm "Tempora" sogar noch die US-Spionagebehörden. Wie der Guardian berichtet, habe sich der Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) Zugang zu den transatlantischen Glasfaserkabeln beschafft und schöpfe dort "Unmengen von Daten" ab, die dann mit den US-Partnern von der NSA (National Security Agency) geteilt würden. Dort haben laut Guardian rund 850.000 Angestellte Zugriff auf die Datenbanken. Neben E-Mails, Einträgen im sozialen Netzwerk Facebook oder auch Telefongesprächen würden auch Informationen zu Besuchen auf Internetseiten gespeichert und analysiert.

Laut den Dokumenten rühmt sich der britische Geheimdienst damit, unter den "Five Eyes", einer Verbindung der Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanada, Neuseelands und Australiens, den umfangreichsten Zugriff aufs Internet zu haben. "Wir sind dabei das Internet zu beherrschen" ("to 'master' the internet") heißt es in dem Bericht und "unsere gegenwärtigen Möglichkeiten sind sehr beeindruckend". In den Papieren werde auch davor gewarnt, dass immer mehr Service-Provider nach Malaysia und Indien umziehen und dass die NSA dort bereits Immobilien aufkaufe. Wenn sich der Traffic dorthin verlagere, laufe er nicht mehr über Großbritannien. Deswegen sollte man ebenfalls Gebäude in diesen Staaten kaufen.

Das britische Spionageprogramm "Tempora", das nach dieser Darstellung noch umfangreicher als das US-amerikanische Programm "Prism" sein soll, sei seit eineinhalb Jahren in Betrieb. Snowden wollte nach eigenen Worten "das größte Programm verdachtsunabhängiger Überwachung in der Geschichte der Menschheit" aufdecken. "Es ist nicht nur ein US-Problem", zitierte ihn der Guardian. Auch Großbritannien habe "einen dicken Hund im Rennen". GCHQ sei "schlimmer als die USA". (mit Material von dpa) / (mho) / (odi)

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