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Bericht: Chinesische Hacker spionierten Obama und McCain aus

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Wie erst jetzt öffentlich bekannt wurde, haben offenbar chinesische Hacker während des US-Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2008 die Wahlkampfteams von Obama und McCain ausspioniert. Das berichtet der US-Sender NBC. US-Nachrichtendiensten sei es gelungen, die Spuren der Angreifer nach China zurückzuverfolgen.

Ziel der Hacker sei gewesen, massive Mengen an Daten zu entwenden, darunter interne Dokumente, Positionspapiere und private E-Mails wichtiger Berater. Der ehemalige Director of National Intelligence, Dennis Blair, bewertet das Vorgehen der Hacker als "politische Cyberspionage", berichtet die NBC weiter. Die Angreifer wollten offenbar herauszufinden, welche Positionen die beiden Präsidentschaftskandidaten in Bezug auf China einnahmen.

Die chinesische Regierung wollte die jüngsten Anschuldigungen bisher nicht kommentieren, hatte aber bei ähnlichen Vorwürfen in der Vergangenheit erklärt, dass sie jede Form der Cyberspionage ablehne.

Methodisch gingen die Hacker zum Teil recht simpel vor: Sie verschickten E-Mails mit angehängter ZIP-Datei, die Malware enthielt. Dieser Virus sei aber sehr komplex gewesen und hat sich rasant in den Computersystemen der Wahlkampfteams ausgebreitet. Über Monate wurden die Computer von Viren attackiert, erklärte der Sicherheitsberater Alan Brill der NBC. Brill und sein Team waren 2008 nicht in der Lage gewesen, den genauen Umfang des Datenklaus einzuschätzen. Auch McCains Wahlkampfteam wurde Opfer der Cyber-Angriffe: Offenbar war es den Hackern unter anderem gelungen, die private Korrespondenz zwischen McCain und dem taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou zu entwenden.

Am heutigen Freitag empfängt US-Präsident Obama den chinesischen Präsidenten Xi Junping in Kalifornien. Beide wollen Gespräche über "bilaterale, regionale und globale" Themen führen, berichtet das Weiße Haus. Auch Chinas Cyber-Attacken dürften dann Gesprächsthema sein. (dbe)