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Bericht: Deutscher PC-Markt bricht ein – Acer legt zu

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Im zweiten Quartal 2012 wurden hierzulande 2,567 Millionen Rechner verkauft (ausgeliefert), melden die Marktforscher von Gartner. Im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht dies jedoch einem Einbruch um 6,5 Prozent, während die Verkaufszahlen in Westeuropa insgesamt nur um 2,4 Prozent auf 13,64 Millionen Geräte nachgaben. Während sowohl deutsche Privatkunden als auch gewerbliche Käufer sich bei Neuanschaffung von Desktop-PCs (minus 20,2 Prozent) deutlich zurückhielten, verzeichnete Gartner bei Notebooks immerhin ein Plus von 3,9 Prozent. Anders als bei den kürzlich von Canalys für den weltweiten Markt veröffentlichten Zahlen, rechnet Gartner Tablets in dieser Statistik nicht ein. Daher spielt Apple unter den Top-Anbietern in der Region keine signifikante Rolle – lediglich in Großbritannien schaffte es Apple auf Rang fünf im Klassement.

In Deutschland hingegen führt Acer das Feld wieder an. Als einziger Hersteller unter den Top-5 konnte das taiwanische Unternehmen ein Absatzplus gegenüber der Vorjahresperiode verzeichnen – dank gewachsener Nachfrage seitens gewerblicher Kunden. Und mit 26,6 Prozent fiel das Plus auch noch recht hoch aus, was allerdings auf die extrem schwachen Verkaufszahlen zurückzuführen ist, die der Hersteller im zweiten Quartal 2011 hinnehmen musste. Nach Abschreibung von 150 Millionen US-Dollar auf überschüssige Lagerbestände war Acer im vergangenen Jahr sogar in die roten Zahlen gerutscht. Nun gelang es dem Hersteller, sich in Deutschland vom dritten auf den ersten Rang vorzuschieben – mit 371.000 verkauften Rechnern kommt Acer auf einen aktuellen Marktanteil von 14,5 Prozent.

Der chinesische Konkurrent Lenovo, der 2012 weltweit den Spitzenplatz unter den PC-Herstellern einnehmen will, musste zumindest hierzulande einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Der Verkauf von Lenovo-Geräten gab um knapp 9 Prozent nach. Mit 13,9 Prozent Marktanteil verteidigt der Hersteller aber Rang zwei vor Hewlett-Packard, nachdem Lenovo laut Gartner zumindest im Retail und bei Privatkunden punkten konnte. Während Dell ebenfalls einen Einbruch der Verkaufszahlen um mehr als 16 Prozent verkraften muss, steht Asus unter den Top-5 hierzulande mit einem leichten Minus von einem Prozent noch gut da. HP hingegen trifft es am härtesten: Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 sind die Absatzzahlen um fast ein Viertel auf 334.000 Rechner eingebrochen. Augenscheinlich leidet das Geschäft auch unter der Zusammenlegung von PC-und Drucker-Sparte.

Mit einem Marktanteil von 13 Prozent hält sich HP hierzulande dennoch auf dem dritten Rang, auf den der Hersteller schon im Verlauf des ersten Quartals von Acer und Lenovo verdrängt wurde. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte sich der deutsche PC-Markt Gartner zufolge auch noch deutlich besser entwickelt als der westeuropäische. Im zweiten Quartal sackte die Zahl der ausgelieferten Rechner jedoch um gut 22 Prozent gegenüber der vorangegangenen 3-Monats-Periode ab. Die von den Herstellern erhoffte Belebung durch neue Systeme wie beispielsweise die Ultrabooks blieb bisher aus. Nach Einschätzung von Gartner-Analystin Maike Escherich ist damit auch frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen, wenn bis dahin die bisher 800 bis 100 Dollar teuren Ultrabooks zu Preisen um die 700 Dollar oder darunter angeboten werden.

Marktanteile auf dem deutschen Computer-Markt
Auslieferungen
Q2/2012
Marktanteil
Q2/2012 (%)
Auslieferungen
Q2/2011
Marktanteil
Q2/2011 (%)
Veränderung
Q2/2012 vs. Q2/2011 (%)
Acer 371.000 14,5 293.000 10,7 26,6
Lenovo 356.000 13,9 391.000 14,2 -8,8
HP 334.000 13,0 444.000 16,2 -24,8
Asus 201.000 7,8 203.000 7,4 -1,0
Dell 188.000 7,4 224.000 8,2 -16,1
andere 1.117.000 43,5 1.191.000 43,3 -6,2
gesamt 2.567.000 100 2.746.000 100 -6,5
Quelle: Gartner 2012

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