Bericht: EU-Kartellwächter könnten Intels McAfee-Übernahme verzögern

Noch Mitte Oktober ging Intel davon aus, die McAfee-Übernahme spätestens Anfang 2011 abschließen zu können. Doch EU-Wettbewerbshüter könnten dem Prozessor-Riesen einen Strich durch die Rechnung machen.

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Die Europäische Kommission hat offenbar größere Bedenken angesichts der ankündigten Übernahme des Antiviren-Spezialisten McAfee durch den weltweit führenden Prozessorhersteller Intel. Die EU-Wettbewerbshüter wollen die Übernahme eingehend prüfen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Kommissionskreise. Dies könne den Abschluss des Geschäfts weiter verzögern.

Die Wettbewerbshüter haben vor allem die von Intel beabsichtigte Verschmelzung von softwareseitigem Virenschutz mit Hardware-Funktionen zukünftiger Intel-Prozessoren im Blick, heißt es im WSJ. Die EU-Kommission sehe eine Gefahr darin, dass nach dem Abschluss des Deals McAfee-Software exklusiven Zugriff auf spezielle Hardware-Funktionen bekommt und sich somit für die Anbieter konkurrierender Software Wettbewerbsnachteile ergeben könnten. Diese Bedenken gehen laut WSJ unter anderem aus einer Befragung der McAfee-Konkurrenz durch die Behörde hervor.

Intels Investoren-Sprecher Kevin Sellers geht unterdessen davon aus, dass die Übernahme noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen wird. Vor zwei Monaten gab sich Intel noch optimistischer und ging von Ende 2010 oder dem ersten Quartal 2011 aus. Die von Intel im August angekündigte Übernahme von McAfee ist die wirtschaftlich größte in der 42-jährigen Geschichte des Unternehmens. Das Geschäft hat ein Volumen von 7,7 Milliarden US-Dollar. (mfi)