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Bericht: Frankreich schnüffelt mit eigenem PRISM

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Der französische Auslandsnachrichtendienst Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE) sammelt systematisch Informationen über die Kommunikation der Franzosen und speichert die Daten jahrelang. Das berichtet die Tageszeitung Le Monde und vergleicht das Programm mit dem jüngst enthüllten PRISM des US-Geheimdienstes NSA. Gespeichert werden demnach die Metadaten aller Telefongespräche, E-Mails, SMS und jeglicher Aktivitäten die über Google, Facebook, Microsoft, Apple oder Yahoo laufen.

(Bild:  Tricolore: zigazou76, CC-BY-2.0 )

Diese Überwachung wäre sogar an sich schon illegal, da der DGSE nur im Ausland agieren darf, schreibt Le Monde. Aber darüber hinaus hätten Behörden und andere Nachrichtendienste des Landes regelmäßig Zugriff auf die erhobenen Daten. Das geschehe am Rande des Gesetzes, ohne jegliche Kontrolle und mit größter Diskretion. Zwar sei die Vorrichtung "natürlich wertvoll" im Kampf gegen den Terrorismus, aber sie ermögliche es, jeden zu jeder Zeit auszuspionieren.

Wie mächtig auch die Sammlung bloßer Metadaten in diesem Umfang ist, verdeutlicht die Zeitung auch. Allein aus diesen Informationen könnten immense Darstellungen der Beziehungen zwischen Menschen über den Verlauf von Jahren erstellt werden. Am Ende käme dabei ein Tagebuch jedes Einzelnen heraus, über seine Telefon- und Computernutzung. Davon ausgehend könnten die Geheimdienste dann andere Maßnahmen einleiten, etwa die Zielperson abhören oder observieren. (mho)

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