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Bericht: Holtzbrinck prüft Verkauf der VZ-Netzwerke

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Die Verlagsgruppe Holtzbrinck schließt einen Verkauf der VZ-Netzwerke nicht mehr aus. Markus Schunk, neuer Chef der Beteiligungsgesellschaft Holtzbrinck Digital, plant eine strategische Neuausrichtung bei den 2007 für 85 Millionen Euro übernommenen Social Networks. Das Unternehmen prüfe "alle strategischen Optionen", sagte Schunk der Financial Times Deutschland (FTD). Der bisherige Finanzchef von Holtzbrinck Digital folgt dem erst im Oktober 2010 an der Unternehmensspitze installierten Manager Johann Butting, der nun ein Holtzbrinck-Projekt in den USA betreut. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber heise online.

Wirtschaftlich befinden die VZ-Netzwerke Schunk zufolge auf einem guten Weg. 2010 wurden demnach 30 Millionen Euro mit den Portalen SchuelerVZ, StudiVZ und MeinVZ umgesetzt, 90 Prozent mehr als im Vorjahr. 2011 möchte Holtzbrinck mit seinen sozialen Netzwerken erstmals schwarze Zahlen schreiben, der Umsatz soll um weitere 60 Prozent zulegen.

Im Wettbewerb mit dem amerikanischen Mitbewerber Facebook werden die VZ-Netzwerke allerdings zunehmend abgehängt. Gemäß einer im April 2011 veröffentlichten Bitkom-Studie (PDF-Datei) sind 47 Prozent der deutschen Internetnutzer bei Facbeook angemeldet (von 42 Prozent aktiv genutzt), bei den VZ-Netzwerken lediglich 27 Prozent (von 19 Prozent aktiv genutzt).

Die Holtzbrinck-Portale haben demnach ungefähr die gleiche Reichweite wie die nationalen Konkurrenten Wer kennt wen und Stayfriends, während Facebook inzwischen deutlich enteilt ist. Schunk sieht die VZ-Netzwerke in diesem Umfeld zwar auf einem guten Weg, schließt aber auch einen Verkauf nicht aus. Die hohen Bewertungen im Markt machten hier Mut, betonte der neue Holtzbrinck Digital Chef gegenüber der FTD. Der US-Konkurrent Facebook wird momentan mit 65 Milliarden US-Dollar bewertet.

Holtzbrinck dünnt seit einigen Monaten das Portfolio seiner Internetbeteiligungen deutlich aus. Das Unternehmen trennte sich sich von seiner Beteiligung an der Shoppingplattform Brands4friends sowie vom Online-Magazin Golem. Die Musik-Streaming-Plattform steereo.de wurde eingestellt, die Datingseite Parship konzentriert sich nach einem Personalabbau künftig auf einige Kernmärkte. (jh)

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